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die Herrn vom geſammten Vermögen der Bürger ſein könnten? Darauf gaben wir damals etwa dieſe Antwort: wir wollten dieſen Einwurf, wenn ſich eine ſchickliche Gelegenheit finden würde, ein andres Mal ſchon in Betrachtung ziehen; augenblick⸗ lich hätten wir aber nichts zu thun als die Staatswächter zu Staatswächtern zu machen, dagegen aber den Staat, ſo weit es in unſeren Kräften ſtände, zu der möglichſt größten Glückſeligkeit zu erheben, aber es vereinige ſich nicht mit unſerer Pflicht, nur einen einzigen Stand in ihm beſonders zu berückſichtigen und glückſelig zu machen?— Ja, ich erinnere mich.— Aber wie hat ſich denn nun die Sache herausgeſtellt? Scheint dir jetzt das Leben unſerer Staatswächter, das uns ja doch viel ſchöner und glücklicher als das der Sieger bei Olympia ſich gezeigt hat, in irgend einer Beziehung den Vergleich mit dem der Schuhmacher oder irgend welcher Profeſſioniſten oder auch mit dem der Ackerbauern auszuhalten?— Nein mir nicht.— Drum iſt hier der rechte Ort, daß wir die ſchon damals aus⸗ geſprochene Entgegnung doch noch einmal wiederholen. Wenn es nämlich einem Staats⸗ oder Kriegsmanne einfallen wollte, auf ſolche Weiſe glückſelig zu werden, daß er darüber kein Staats⸗ oder Kriegsmann mehr iſt; wenn ferner ihm dieſe mäßige, geſicherte und nach unſerer Anſicht heilſamſte Lebensweiſe nicht mehr genügen ſollte; wenn dafür ihn eine unvernünftige und knabenhafte Meinung von Glück⸗ ſeligkeit ergreifen und drängen würde, alle Güter im Staate vermöge ſeiner Gewalt zu ſeinem Privat⸗Eigenthum zu machen: ſo wird er nunmehr durch die Erfahrung einſehen lernen, daß Heſiod wahrhaft weiſe in ſeiner Lehre war:„Die Hälfte iſt mehr als das Ganze.“— Folgt er meinem Rathe, ſo wird er bei der von uns angeordneten Lebensweiſe bleiben.— Du biſt demnach mit mir einverſtanden, daß die Frauen der zwei oberen Stände auf die von uns dargeſtellte Weiſe Bildung, Kinder, Staats⸗ und Kriegsämter mit den Männern gemeinſchaftlich haben; daß ſie alſo ſowohl im Frieden zu Hauſe alſo auch im Felde während des Krieges nach dem natürlichen Vorbilde der weiblichen Schäferhunde gemeinſchaftlich die Staatsobhut führen und die Kriegsjagd mitmachen; daß ſie überhaupt in allen Stücken und auf alle Weiſe nach Maßgabe ihrer phyſiſchen Kraft ihnen Geſellſchaft leiſten müſſen; endlich daß ſie durch dieſe Theilnahme an den Geſchäften ihrer Männer die zweck⸗ mäßigſten und heilſamſten Beſchäftigungen haben, und daß ſie bei dieſem gemein⸗ ſchaftlichen Verkehre nicht der Natur des weiblichen Verhältniſſes zu dem Männergeſchlechte zuwider handeln?— Ja, ich bin einverſtanden.—
14. Nicht wahr, ſo wäre denn noch die andre Hauptfrage dieſer Gemeinſchaft⸗ lickeit philoſophiſch zu begründen: daß die Einführung derſelben wie bei andren lebenden Weſen ſo auch bei Menſchen möglich, und auf welche Weiſe ſie möglich iſt?— Du biſt mir mit dieſen Worten über heſe Gegenſtand zunor,
*) Tage und Werke V. 40. 4.


