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die Feinde oder Mitbürger zum Heile des Staates, aber alle übrigen müſſen von ſo etwas die Hände laſſen; im Gegentheil, Täuſchung ſich gegen die Obrigkeiten zu erlauben, wäre nach unſeren Grundſätzen für einen Unterthanen wenigſtens das⸗ ſelbe, ja noch ein größeres Vergehen, als wenn ein Kranker gegen ſeinen Arzt, oder ein Lehrling der Gymnaſtik gegen ſeinen Lehrmeiſter über ſeine körperliche Lei⸗ den Unwahrheiten äußerte, oder wenn jemand gegen den Schiffshauptmann in Bezug auf das Schiff und die Mitſchiffenden die wahren Zuſtände verſchwiege, in welchen er oder einer der Schiffsgenoſſen ſich wirklich befindet.— Ja lauter Mahr⸗ heiten.— Wenn demmach, die Obrigkeit ſonſt einen von den Bürgern, .„die wirken fürs Volk in dem Staate, 8 Ais den Seher, das heilenden Arzt, den bauenden Meiſter,“ 2.
an einer Unwahrheit ertappt, ſo wird ſie ihn dafür ſtrafen, weil er eine Handlungs⸗ weiſe einführt, welche den Staat eben ſo wie ein Schiff umwerfen und in den Grund bohren kann.— Ja das wird ſie thun, dafern an eine ichone Theorie ſich die entſprechenden Handlungen anſchließen ſollen..
Ferner die Tugend der Beſonnenheit pdex⸗ Selbſbeherm⸗ ſchung“*) betreffend, werden dieſe die j jungen Wehrmänner uns auch nöthig haben? — Allerdings.— Sind aber im allgemeinen die Hauptmerkmale der Beſonnenheit nicht dieſe, wenn ſie erſtlich ſich als gehorſame Diener gegen ihre Oberherrn und zweitens ſich ſelbſt als Oberhertn beweiſen gegen ihre Lüſte in Abſicht auf Speiſe, Trant und ſinnliche Liebe?— Ich einmal meine es.— Da werden wir, denk ich, e inerſ eits folgende Ausbrüͦcke ſchön und ſchicklic heißen, wenn 8 B. auch bei Homer Diomedes ſagt:***)
.„Trauter, 0 halte dich ſtiul und Sehsice eit meiner Gtmähuting 9 ferner die Worte pühnlichen Sinnes: „ ſes zogen ſchnaudenden Tnuihss die ächäer]:5 5 38 4„Schweigend aus Turgt vor deii ihtende⸗ ing
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Aus Odyſſee XVII, 383. *) Dritte Cardinal⸗Tugend. G& ig nde dnn ***) Ilias IV, 412. Dort hatte der Oberfeldherr der Griechen vor Troja„ Agamemnon, dem Helden Diomedes arge Vorwürfe gemacht, indem er ihm ſagte, Tydeus, deſſen Vater, ſei ein Held in Thaten geweſen, während ſein Sohn es mehr in Worten ſei; als Sthenelus hierauf den Agamemnon zurechtweiſen will, verweiſt ihn Diomedes mit bieſem Varſs zur uhe, abaicih 333 die Vorwürfe tief ſchmerzen. 6 †) Aus Ilias III, 8; wie ich in meiner Aehrenleſe nachgewieſen habe, ſicherlich bier ein undch⸗ tes Einſchiebſel von einer Hand, die den Nominativ zu dem nachfolgenden Verſe(aus Ilias IV. 431) ver⸗ mißte; deſſen bedarf es hier aber nicht, da hier nur von einzelen ehrerbietigen Ausdrücken die Rede iſt. Auch K. F.. Hermann hat in ſeiner Ausgabe auf meine Bemerkung hin dieſen Vers eingaklapunart. ††) Ilias IV, 431. gt. 1 42


