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werden wir demnach verbannen?— Nothwendig, dafern es nothwendig in Bezug auf die früheren Dinge.— So bedenke denn doch es noch etwas genauer, ob wir hier logiſch richtig verbannen oder nicht. Wir können aber hiebei nun wohl von dem Gedanken ausgehen, daß der brave Mann bei einem andern braven Manne, deſſen Freund er noch dazu iſt, vernünftiger Weiſe den Tod für kein Unheil halten kann. — Ja das können wir freilich.— Alſo dürfte auch erſterer über letzteren in ſolchem Falle nicht jammern, als wenn dieſer ein Unheil erfahren hätte.— Nein doch.— Ferner können wir auch dieſe Behauptung aufſtellen, daß ein ſolcher Mann am meiſten ſich ſelbſt genügt, um glücklich zu leben, und daß er am wenigſten eines andren dazu bedürftig iſt.— Ja, lauter wahre Sätze!— Folgerecht iſt es daher . für ihn am wenigſten ein Unglück, wenn er eines Sohnes oder eines Bruders beraubt wird, oder wenn er um Vermögen oder um ſonſt etwas der vergänglichen Dinge tönimt.— Ja freilich.— Er wird demnach auch am wenigſten jammern, im Gegentheil es mit der größten Gelaſſenheit etragen, wenn ihn ein großer Unfall betrifft.— Ja ſicher.— Mit vernünftigem Grunde werden wir daher die Klage⸗ lieder über namhafte Männer verbannen, ſie nur Weibern überlaſſen, aber auch nicht den beſſeren davon, ferner(388) nur allen nichts taugenden Männern, damit die Männer, welche wir bekanntlich zur Beſchützung des Landes erziehen wollen, uns die Luſt verlieren, gleiche Unmännlichkeiten wie jene zu begehen.— Ja, mit vernünftigem Grunde thun wir das.— Da werden wir natürlich wiederum Homer und die übrigen Dichter erſuchen, Achilles, den Sohn einer Göttin, nicht in ihren Dichtungen darzuſtellen, daß er„bald auf die Seite ſich legend und bald auf den Rücken, bald auf das Antlitz hin, dann plötzlich empor ſich erhebend, ſchweife am Ufer des unermeßlichen Meeres.“*) Ferner auch nicht, daß er„mit beiden Händen ſchwärzlichen Staub ergreif⸗ und ſtreue auf ſein Haupt. Noch auch ſonſt weine und jammere er, wie jener ihn vielfach und mannigfaltig in ſeiner Dichtung dargeſtellt hat. Auch kein„Priamus als Verwandter der Götter bettle und wälz’ ſich im Koth, nennend jeglichen Mann bei ſeinem Namen.“**) Aber mit, noch dringenderer Bitte, als der vorigen, wollen wir ſie erſuchen, ja nicht gar Götter in ihrer Dichtung jammern und ſagen laſſen:
„Weh mir Armen, o mir unglücklichen Heldenmutter!“ 2*) Wenn aber nun ihre Frechheit hierin auch Götter nicht verſchont, ſo ſollen ſie e es wenigſtens doch nicht wagen, den allerhöchſten Gott in ſo unähnlichem Charakter auftreten zu laſſen, daß er ſage:
*) Siehe Il. XXIV;, 10, u. XVIII, 23. **) Jl. XXII, 414. ***) So klagt Thetis Jl. XVIII, 54 über das Schickſal ihres Sohnes Achiles,


