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des Gewaltigeren. Deshalb, on lieber Thraſymachus, ſagte ich ja auch vorhin, daß niemand aus Vergnügen ein Amt übernehmen und ſich mit den mißlichen Dingen anderer Leute abgeben wolle, um ſie wieder in Ordnung zu bringenz ſondern daß ein jeder Lohn verlange, weil eben der, welcher ſeine Kunſt(347) gehörig ausüben will, niemals das eigene Beſte bewirkt oder verordnet, wo er es vermöge ſeiner Kunſt thut; ſondern das Beſte ſeines Pflegbefohlenen. Weshalb denn, wie billig iſt, ein Lohn für die vorhanden ſein muß, welche ſich vornehmen, ein Amt gewiſſenhaft verwalten zu wollen, entweder Geld, oder Khr oder auch Strafe, fale einer keins be⸗ kleiden wollte., hite h TrslIIe=,T. rdu did n of eun n
19. Wie meinſt du das, o—— fiel Glauco ein; die zwei erſteren Be⸗ ehnangene kenne ich, aber was du da unter Strafe verſtehſt und mit welchem Fug du ſte in die Rubrik der Belohnung geſetzt haſt, das kann ich nicht begreifen.— Begreifſt du alſo, ſagte ich, den Lohn der Ariſtokraten nicht, wenn davon die größten Freunde der politiſchen Ordnung*) Aemter annehmen, wenn ſie ſich dazu verſtehen? Oder weißt du nicht, daß Ehrſucht wie Geldſucht als eine Schande gelten, wie ſie es auch ſind?— O ja, ſagte er. Denn ſie wollen weder öffentlich des Amtes wegen ſich Lohn geben laſſen und darum den Namen Lohndiener haben, noch wollen ſie ſelbſt**) mit Hinterliſt von dem Amte einen Gewinn ziehen und Diebe heißen. Auch der Ehre wegen wollen ſie ferner keine Aemter haben; denn ſie brauchen nicht nach Ehre zu geizen. Es muß nämlich bei ihnen noch ein Zwangsmittel und eine Strafe kommen, wenn ſie Aemter annehmen ſollen. Daher es denn auch für ſchimpflich gilt, wenn jemand auf eignen Antrieh nach Aemtern verlangt, ohne ein Zwangsmittel abzuwarten. Der Strafen größte aber iſt, daß einer, falls er niſht ſelbſt Aemter annehmen will, von einem Schlechteren regiert wird. Aus Furcht vor dieſer nun ſcheinen mix die Freunde der politiſchen Ordnung Aemter zu bekleiden, wann ſie ſich dazu entſchließen. Und dann gehen ſie dazu, nicht als zu einem perſönlichen Vortheil, oder als zu einem Vergnügen; ſondern als zu einem unumgänglichen Zwange, weil ſie dieſelben keinen Beſſeren, als ſie ſind, guch keinen ihnen Aehnlichen überlaſſen können. Darum iſt es wahrſcheinlich, daß, wenn ein Staat von lauter politiſch gutgeſinnten Männern entſtände, man eben ſo ſich um das Nichtherrſchen, wie jetzt um das Herrſchen ſtreiten würde; dann auch würde es hunaakln waden, daß der fägenuns wahe Beamte nichte da an„das 4 ih. ſeuſ ei 1 niocht 1 Ir 8)
62): Ueber gie politiſche Bedentung der Ausbrüg, auirara unf Smsuxsi* Wachamus— 9. X. 1.2, S. 493 u 440,
**) Das ννο⁷ darf weder nach An Sſ ner ad suum arpiteium erklärt, nog mit S taltbaum in ι verwandelt werden, fondern muß in der gewoͤhnlichen Bedeutung f erb ſt) genommen werden. K. F. Herntann erklärt es richtig mit den Worten: Die Entſchädigung, die ſieheimlich ſich ſelhſt durch Unterſchlagung verſchaffen, wird der öffentlichen durch den Staat entgegengfſetzt.


