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nichts zu erinnern, nur iſt ſie des maßgeblichen Dafttrhaltens, daß dieſes Wort, wenn es jene Art andeuten ſoll, eigentlich ein bloßer Ausdruck unſerer Unwiſſenheit iſt, wie Zufall, Natur und andere dergl. Wörter Feigenblätter, der menſch⸗ lichen Unwiſſenheit ſind. Aber Sinn, hateihr dieſes, Wort, wenn es die Abhängz gkeit⸗ dieſes. Welt⸗ daſeins von der Gottheit bezeichnet. Und in ſo fſern hat die Philoſ ophie auch uigte dagegen, wenn zu pädagogiſchem Zwecke gelehrt wird, daß Gott die Welt aus Nichts erſchaffen habe, nur muß dicß in dem Sinne geſchehen, daß Gott zur Schöpfung der Welt keines Stoffes bedtfiee Die Muffaſſung; daß Michis bet Staff gewveſen⸗ woraus er ſiie geſchaffen, hat für den Phildfophen keinen Zweck.
Die Frage der Weltſchöpfung als Art der Gottheit ehe⸗ daher eufßer den Sphär der Philoſophis„ die nur euit Ber⸗ hältniſſe zwiſchen Gott, Welt und dem Menſchen unteſuct, aber ſich nicht vermißt, nach Handlungen der Gottheit
zu u id chen 1 5. 26.
Aber die Welt t eigentlich kein bloßes Vieles, ſondern Einheit des Vielen, ſo daß ihr als dem Ganzen, zunächſt Einheit und eine in derſelben enthaltene Vielheit zukömmt Doch von der Einheit der Welt nachhex. In ſo fern aber der Character des Welt⸗Inhaltes Vielheit iſt, ſind a alle Dinge im Raume und in der Zeit, ſtehen alle Dinge unter Groͤße und Zahl und ſind als endliche Weſen; von beſtimmter Ausdehnung, Veränderung und Dauer. Alle Weltweſen ſtehen mit einander in Wechſelwirkung, beſtimmen und beſchränken einander, ſie eniſtehen, wo ſich die dazu erforderlichen Clemente freundſchaftlich vorfinden, und vergehen wieder, wo ein mäͤchtiger Einfluß, von A. v. Humboldt(Anſichten der Natur Bd. II, S. 297) durch die Mythe vom rhodiſchen Genius veranſchaulicht, dieſe Elemente entzweit und zu neuen Verbindungen nöthigt. Alles muß ſich um⸗ treiben laſſen durch die unüberwindliche Gewalt rings angrenzender Kräfte. Alles erſcheint und erſcheint wieder in dem ewigen Kreislauf„ in dem das Rad der Schöpfung fortrollt. Endlich ver⸗ dankt der dieſe Viel eit bedingenden Ainuſgſiläni,; Jeder ſeine bis in das indipiduellſte Detail beſtimmte Geſtalt und Beſchaffenheit. 33 b 2
§. 27 15GO 0
Gleichwohl muß als das Prinzip dieſer ſelbſt bis in das kleinſte Detail eingehenden Individuation, ſewie des Geregelten in dem Entſtehen und Vergehen und in dem gegenſeitigen Wirken und Rück⸗ wirken der Dinge die Einheit der Welt gedacht werden, die gleichſam ſich geſtaltend in der größten Mannigfaltigkeit ihrer Erzeugniſſe eben an einem mannigfaltigen Stoffe ſich kundgeben wollte und denſelben gleichſam Bedingung ihrer vfetieunz ſein läßt, da ſie es doch iſt, die die Mannig⸗ faligtet an das Licht des Daſeins hervorzog... §. 28.
Dieſe Einheit weiſ't zunächſt auf die Gottheit hin und iſt Das, wodurch die Welt mit dieſer unzertrennlich verknüpft wird. Indeß iſt dieſe Einheit des Weltalls die Gottheit nicht ſelbſt, ſondern nur Das, wodurch dieſe als das abſolut Identiſche ſich ch offenbart. Ueberhaupt aber ſtuft ſich dieſe Einheit in ihrem Hervortreten an der Verſchiedenheit des Weltalls ſo mannig⸗ faltig ab, daß ihr Verhältniß wie abwaͤrts zu dieſer Verſchiedenheit ſo aufwärts zur Gottheit in einem Ausdrucke zu erſchöpfen nicht möglich iſt, und daher eine beſondere Erörterung der Formen, welche ſie nach dieſen mannigfaltigen Verhältniſſen darſtellt, nothwendig wird
§. 29. 1
So geigt ſich dieſe Einheit ſchon daran, daß jedes einzele Ding ſich als dieſes behauptet, daß es eſein beſtimmtes Sein hat, und daß, ohngeachtet des Wechſels an ihm, doch Etwas an ihm verharret, wodurch es gerade dieſ es Ding iſt, welches ſein Weſen genannt wird.
Hierdurch iſt es einiger Maßen dem allgemeinen Strome der Veraͤnderlichkeit entronnen;; die Veränderungen, denen es noch unterworfen bleibt, ſind in gewiſſe Grenzen einer Figur, einer


