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bis zur Liebe, Erkenntniß und Nachahmung ſich zu erheben vermag,— zur Idee oder lebendigen geiſtigen Anſchauung, die das zum Voeſcheinkonmen des ehentachen bhmrüanlihene Sehani in des Dlan ſchen Sanüſtigen Bewußtſein vffricbar! ne. bInE 426 n 3 1 lin* 98§. 6. 21 113 11 r 3 aAnr
Dief e Sdeen ſeßt die Philoſophie voraus; ſin nimmt an, daßs jene, ſobald aund in ſs ſen die Vernunft in jedes Menſchen Bewußtſein mehr oder weniger klar oder kräftig hervortrete, nur einer größeren Verdeutlichung und beſtimmteren Richtung bedürfen, um ſowohl die innigſte Ueber⸗ zeugung zu gewähren als auch zu einem in ſchönen Handlungen thätigen Leben zu führen. Was daher die Philoſophie beabſichtigt, iſt Dieſes: nur größere Verdeutlichung und be⸗ ſtimmtere Richtung jenen Ideen durch⸗ ſhr Smtwitklung und. Luge mfei. didſe Zuſammenſtellung zugeben. 4 dDieſes Verhältniß der Philoſophie zu dem mehr oder weniger klaren und taäͤftigen Genuſſe dieſer Ideen ſtellt ſich in der Geſchichte der Philoſophie ſchon bei Socrates und Plato ein, und jeder folgende Philoſoph hieng in dem Maße daran feſt, als er dieſen Namen verdient. 1 9
Anmerkung. Das Bild des wahren Philoſophen im Gegenſatz des Nichtphiloſophen gibt uns Plato epiſodiſch in ſeinem Theaet, p. 172, c— 177, b. Socrrates preißt dort den Stand der Philoſophen für den glückſeligſten, da ſie ſich durch keine Umſtände abhalten laſſen, mit der größten Freiheit über philoſophiſche Gegenſtände zu ſprechen; anders ſei dieſes bei den Geſchäftsleuten, beſonders dei den Rednern. Solche Leute müßten ſich innerhalb der Volksverſamm⸗ lungen halten und befänden ſich im Vergleich mit den Philoſophen beinahe in der Sklaverei. Dieſe müßten ſich nämlich von Jugend auf an eine fklaviſche Empfindungs⸗ und Handlungsweiſe gewöhnen: ſie ſchmeichelten auf niedrige Weiſe den Richtern und dem Volke als ihren Gebietern; ſie ſchimpften und zankten unter ſich auf das heftigſte; ſie ſähen zwar ſcharfſinnig ihren Vortheil, aber ſie hätten ein durch Niedrigkeit, verdorbenes und zu jeder Schlechtigkeit herabgeſunkenes Gemüth; ſie löͤgen nämlich und betrögen und enthielten ſich keiner Ungerechtigkeit. Von der Art ſeien jene Menſchen, welche in den Volksverſammlungen Furore machten, und ſie bielten ſich für die geſcheidteſten Leute der Welt. Ganz ver⸗ ſchieden davon ſeien die wahren Philoſophen. Sie bekümmerten ſich um keine Politik; ſie ſtrebten nicht nach hohen Ehren⸗ ſtellen; ſie verachteten das Leute⸗Gerede und den Reichthum; ſie wären in bürgerlichen und politiſchen Geſchäften uner⸗ fahren. Einſluß und Macht achteten ſie für nichts, kurz: um äußere Dinge bekümmerten ſie ſich ſo wenig, daß, ſie den üürigen Menſchen in dieſer Beziehung lächerlich erſchienen. 6 9
Aber was das Weſen des ſittlich Guten und ſittlich Böfen ſei, worin die wahre Glückſeligkeit des Menſchen beſtehe, darüber hätten ſie eine beſſere Erkenntniß als die ganze übrige Menſchheit; denn die geſcheidten Politiker ſtellten ſich in der Unterſuchung über ſolche Begriffe ſehr ſchlecht an. Wenn alle Menſchen den Vorzug der Philoſophie kennen würden, ſo würde mehr Ruhe und weniger Uebel unter den Menſchen ſein. Aber das Uebel kann unter Menſchen natürlich nicht ganz ausgerottet werden, weil immer ein Gegentheil von dem Guten da ſein muß. Frei aber von allem Uebel iſt die Natur Gottes. Darum ſtellt ſich der Phiksſoph die Aufgabe, daß er aus dieſem irdiſchen Jammer ſo ſchnell als mög⸗ lich zu Gott ſeine Zuflucht nimmt, d. h. daß er ihm möglichſt ähnlich zu werden ſich beſtrebt. Dieß geſchieht, wenn er Gerechtigkeit und Frömmigkeit mit Weisheit übt. Gott iſt nämlich das allervollkommenſte und gerechteſte Weſen, ſo daß der Menſch deſto größere Aehnlichkeit mit ihm hat, je gerechter er iſt. Die Erkenntniß hievon bewirke die wahre Weis⸗ heit, in deren Vergleich die Einſicht in die weltlichen Dinge als etwas Niedriges und Gemeines erſcheint. Obgleich die Meiſter in dieſen weltlichen Dingen ſich für die geſcheidteſten hielten, ſo ſeien ſie in der That dumm, weil ſie das nicht wüßten, was dem wahren Menſchen nicht unbekannt ſein dürfte; denn ſie wüßten nicht und glaubten nicht, daß die Laßte Sütien einem ſündſgen Leben nicht ausblieben, und darum ſeien ſie die Undichlicſian
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Aus dieſer Anſbauung erdibt ſich für die Philoſophie zunächſt dieß, daß,„ was Gon, die Welt und der Menſch ſei, nur durch das Verhältniß jedes derſelben zu den andern beſtimmt werden könne, daß das Weſen Gottes nur am Weſen der Welt und des Menſchen enthüllt werden könne. Daher der Vorwurf von Zirkelſchlüſſen, die man den bisher verſuchten Beweiſen für's Daſein Gottes mit Recht gemacht hat, Wein i fir die Mieitezn der e i 8 entli 3 en oder mat h ema tiſchen
Beweiſe annehmen. u Wannn 2


