Aufsatz 
Gott, Welt und Mensch. Eine weitere Betrachtung zur Einleitung in die Philosophie für Studierende
Entstehung
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Gon, Welt und Menſch.

§. 1.

Als die Gegenſtäͤnde, mit welchen ſich die Philoſophie überhaupt beſchäftigt, haben ſich, wie be⸗ reits früher(in der Betrachtung: Ueber die Stufen der menſchl. Erkenntniß ꝛc. im Progr. 1841) auf empiriſch⸗pſychologiſche Weiſe nachgewieſen worden iſt, uns herausgeſtellt: Gott, Welt und Menſch in ihren wechſelſeitigen Verhältniſſen zu einander, ſo daß die Philoſophie im engeren und eigentlichen Sinne ſelbſt nichts Anderes iſt, o als die wiſſenſchaftliche Virſekun diefer Nechaleniſe

§. 2.

die Philoſophie würde undeß ihre geſetzlichen Grenzen verkennen, wenn ſie alle nur mͤglichen Verhältniſſe zwiſchen Gott, Welt und Menſchen in ſich aufnehmen wollte. Sie betrachtet die all⸗ gemeinen in der Idee gegebenen Verhäͤltniſſe zwiſchen Gott, Welt und Menſchen und überläßt die beſondern etwa aus Erfahrung oder einer Offenbarung geſchöpften der poſitiven Theologie und Religionslehre, der Naturwiſſenſchaft, der Geſchichte oder auch der individuellen Anſicht des Men⸗ ſchen, der dieſe Erfahrungen zu haben ſich redlich bewußt iſt. Nur fordert ſie auch an dieſe, daß die beſonderen Verhältniſſe, welche ſie aufſtellen, wohl Zuſätze zu jener allgemeinen ſind, aber denſelben nicht widerſprechend ſein dürfen.

§. 3.

Gedacht wird aber oder in der Idee gegeben iſt Gott als das höchſte, abſolut⸗identiſche, daher in und durch ſich beſtehende, von Nichts abhängige und durch Nichts beſchränkte Sein, das zugleich der Grund iſt von allem übrigen Sein, von der Welt und dem Menſchen.

§. 4.

Die Welt wird gedacht als ein uns unter und durch Gottes Sein mögliches und wirkliches Ganzes endlicher, nach nothwendigen Geſetzen werdender und vergehender, in unendlich vielfachen Fugen in einander eingreifender und mannigfaltig auf⸗ und abgeſtufter Weſen.

§. 5.

Der Menſch wird als das Weſen zwiſchen Gott und Welt gedacht, in welchem nicht nur die Welt nach ihrer allgemeinen Einrichtung und der Grund derſelben in einem ihr Weſen ver⸗ nehmenden(vernünftigen) Bewußtſein ſich zu genießen gibt, ſondern welches auch, wiewohl als Glied der Welt dem unwandelbar geregelten Naturlaufe unterworfen, dennoch mit ſelbſtbewußter, eigener Kraft in deſſen Erſcheinungen einzugreifen und frei im Fühlen, Erkennen und Handeln