Aufsatz 
Philosophische Gründe für die Unsterblichkeit der menschlichen Seele / Wilhelm Wiegand
Entstehung
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Sokrates. Werden wir hierauf hinſichtlich des von Gott geliehten Gerechten nicht weiter zugeben müſſen, daß alle von Gottes Hand[p. 613 kommenden Schickungen ihm alle Mal als die, möglichſt beßten zu Theil werden, mit Ausnahme des Falles, daß ihm von einem frühern Vergehen eine nach der nma wiſcen Weltordnung unabwendbare Büßung beociſand an nucd zun Glauco.Ja wohl 17 dig um

S okrates. Es iſt alſo bei dem gerechten Manne, wenn Shn Armuth, Krankheit oder in einem andern ſcheinbaren Uebel ſich befindet, anzunehmen, daß ihm dieſe ſcheinbaren Uebel endlich doch zu irgend einem Gut ausſchlagen werden, in dieſem Leben oder in dem nach dem Tode. Denn offenbar wird von der Gottheit einmal nicht verlaſſen, wer ſich eifrig bemühen will, gerecht und durch Uebung der Tugend Gats e es einem Menſchen möglich iſt, ähnlich zu werden.

Glauco. Ja ſicherlich wird ein ſolcher Mann aue von Seinesgleichen nicht verlaſſen. Ime mn

Sokrates. Nicht wahr von dem unöaaßte nüſſen hir das Gegentheil von allem dem denken?, mand ma

Glauco. Ja durchaus! Eraichnrageun on Sokrgtes., Dieſes wären denn eiamal. die von Seiten der Gottheit dem Gerechten zukommenden Siegespreiſe.

Glauco. Ja das ſind ſie meines Bedünkens wenigſtens.

Sokrates. Wie ſteht es nun zweitens mit jenen von menſchlicher Seite? Wenn man in dieſer Beziehung das eigent⸗ lich wahre Verhältniß gusdrücken ſoll, ſpricht ſich das nicht in folgendem Gleichniß aus?. Geht es nicht den Meiſtern in der Ungerechtigkeit einerſeits wie allen Wettläufern, welche in der Laufbahn hinunter gut laufen, herunter*) aber nicht? Zu⸗ erſt bei ihrem Auslaufe geht es friſch und munter, aber am

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*) Der Wettlauf, welcher bis zur IV. Oüymztade zu Biympia. noch der einzige übliche Wettkampf war und nachher immer der geehrteſte blieb, wurde Anfangs nur bis zur Säule am Ende des Stadion

10 2(600 Fuß weit) ausgeführt, aber ſeit Olympiade XIV geſchah der

Lauf bis zur Grenzſäule hin und von da auch⸗ wieders Turückl Dop⸗

pellauf). S. Wachsmuth's H. A. II, 2, S. 59. 1 h.(