Aufsatz 
Philosophische Gründe für die Unsterblichkeit der menschlichen Seele / Wilhelm Wiegand
Entstehung
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ben, daß der Gerechte das Anſehen von einem Ungerechten und der Ungerechte das Anſehen von einem Gerechten haben ſolle. Denn ihr waret der verſtändigen Anſicht, daß man, wenn auch dieſe Verhältniſſe Göttern und Menſchen nicht ver⸗ borgen bleiben könnten, doch der ſtreng wiſſenſchaftlichen Unter⸗ ſuchung wegen dieſe vorläufige Annahme einräumen müſſe, da⸗ mit dieß reine Weſen der Gerechtigkeit, ohne Rückſicht auf Belohnung, im Vergleich zum reinen Weſen der Ungerechtig⸗ keit, ohne Rückſicht auf Strafe, ſich endgiltig beurtheilen laſſe, oder erinnerſt du dich nicht mehr?

Glauco. Wäre von mir ſehr gefehlt wenn Lich hich deſſen nicht mehr erinnerte.

Sokrates. Nachdem nun dieſe endgiltigen Urtheile vorliegen, ſo mache ich im Namen der Gerechtigkeit die Rück⸗ forderung, daß die wohlthätigen Anerkennungen, welche von Seiten der Götter und Menſchen für ſie wirklich Statt haben, auch von uns als wirklich vorhanden zugegeben werden, damit ſie auch jene Siegespreiſe davontrage, die ſie von ihrem äußern Anſehen erwirbt und unter ihre Anhänger vertheilt, nachdem ſie ausgemachter Weiſe auch die von ihrem innern reinen Sein und Weſen entſpringenden geiſtigen Güter vertheilt und noch nicht diejenigen getäuſcht hat, welche ſ ie im Geiſt und in der Wahrheit ſich angeeignet haben.*)

Glauco. Ja gerecht ſind deine Forderungen.

Sokrates. Da werdet ihr mir nun erſtlich dieß zurück⸗ geben, daß der Gerechte wie der Ungerechte mit ſeinen Cha⸗ latier der Gottheit gewiß nicht nor bleibt?

Glauco. Ja das wollen wir. Withampul.

Sokrates. Bleiben ſie aber damit nicht verborgen, ſo muß der eine Gott lieb, der andre Gott verhaßt ſein, wie wir auch im Anfange 84 einräumten.

Glaueo.) Es iſt ſo. 1.

9) Hier du dieſer e Stedls beginnt n die Löſung der 4 83 It, p. 361

bis 362 0D, ſowie p. 367 D unk geſteclten Aufgabe uuferes Werkes. 9) Bch. 1, gap. 8235

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