nun Glauco. Nein, aller Wahrſcheinlichkeit nach nicht möglich. muinSokrates. Daß die Seele alſo einmal ein unſterbliches Weſen iſt, das beweiſen alſo unbeſtreitbar ſowohl die hier eben, als auch die ſonſt*) darüber geführten Unterſuchungen; aber was ihr wirkliches Weſen im reinſten Lichte iſt, das darf man nicht an ihr erſehen wollen nach ihrer Verunreinigung durch die Gemeinſchaft mit dem Körper ſowie durch andre verun⸗ ſtaltenden Uebel; ihr reines Weſen läßt ſich nur völlig durch das Auge des vernünftig forſchenden Verſtandes erſchauen: und mit dieſem Auge wird man ihr Weſen viel ſchöner er⸗ blicken, wird man Gerechtigkeiten und Ungerechtigkeiten, über⸗ haupt alle vorbin erörterten Tugenden und Untugenden, klarer in die Augen ſpringend finden. Die jetzt hier über ihr Weſen vorgetragnen Wahrheiten aber ſtehen im Verhältniſſe zu ihrem Zuſtande, in welchem ſie gegenwärtig auf Erden ſich zu erken⸗ nen giebt; wir haben es jedoch nur in einem Zuſtande geſchaut, wie Die, welche den Meergott Glaucot*) ſehen. Nicht leicht können dieſe naͤmlich ſeines urſprünglichen Weſens anſichtig werden, weil ſeine urſprünglichen Gliedmaßen theils zerſchlagen, theils Frloen und von dfn Wellen auf, allerei Wenje verun⸗
lnihier, in der, d vom Staate, wie ein undren befönders . 4en. Pbädrus und Timäus, die Seele als dreitheilig, deh als Ver⸗
nunft oder Wißbegierde, als Zornmuth oder Ehrbegierde, als momiedre Begierlichkeit nach Geld und Genuß hingeſtellt wird. Un⸗
edaſterblich iſt jedenfalls der denkende oder vernünftige Theil, ſelbſt mlachei den Böſen, die beiden niederen Theile, aber, udg und 121 Snt,Huce, welche Plato im Timaäus⸗(anders im Phädrus) erſt „noingleichzeitig mit dem Leibe zu der unſterblichen Seele hinzutreten tioe läßt, können wohl nur unſterblich ſein) ſofern ſie an dem vernünf⸗ aup stigen Theile participixen und demſelben ſich harmoniſch unterord⸗ inn nen(wie früher in dieſem Werke, beſonders Bch. IX gezeigt wurde),
dolaade h. fofern die Seele die ſchönſte Zuſammenſetzung hat.„e
r) Im Phädo und Phädrus, zum Theil auch im Timäus⸗ ann ** Dieſer Glauco war der Sage nach ein Fiſcher zu Antbedon in mnin Böotienz als er ſah, daß die von ihm gefangenen Fiſche durch Be⸗ amagrührung mit einem gewiſſen Kraute wieder lebend wurden, ſo aß in zuer auch von demſelben und ſoll in Folge deſſen ſich in's Meer ge⸗ 121 3 ftürzt haben, woxauf er in einen Meergott verwandelt worden ſei. S. G. Hermann's Dissertatio de, Glaucis Aeschyli, Lipsine 1812.


