Aufsatz 
Philosophische Gründe für die Unsterblichkeit der menschlichen Seele / Wilhelm Wiegand
Entstehung
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aber ſeine Richtigkeit, ſo ſiehſt du ein, daß die Seelen auch an der Zahl eben ſo viele bleiben. Denn weder weniger können ihrer werden, wenn keine zu Grunde geht, noch mehr. Wenn nämlich die unſterblichen Weſen irgend einer Art mehr werden könnten, ſo müßte der Zuwachs offenbar aus dem Be⸗

reiche des Sterblichen geſchaffen werden und ſen müßte zulegt Alles unſterblich ſein.*) irät e i hine n

dansGlauco. Richtig bemerkt. unne i ell natlat Sokrates. Aber an das wollen wir erſlic nicht glau⸗ ben, weil es den allgemeinen Verſtandesgeſetzen widerſtreitet, und zweitens**) auch nicht glauben an eine Beſchaffenheit der Seele, ihrem innerſten Weſen nach betrachtet, vermöge welcher

ſie nach Art eines Proteus ſich eiuſt andiun Lagleh dnd verſchieden werden könne.

Glauco. Wie meinſt du das? Apſ

Sokrates. Es iſt nicht wohl möglich, daß Etwas iſt, was mehrfache Beſtandtheile hat, ohne daß dieſe in der ſchönſten Harmonie zu einander ſtehen, wie ſich es ahek von der Seele herausgeſtellt hat.***)

1*) Schon Schleiermacher merkt an, daß hier Plato ſeinen Phädo

berückſichtigt, namentlich S. 71 72 D= Kap. 16 u. 17. **) Den Beweis für die Unſterblichkeit der Seele aus ihrer Einheit führt Plato Augfͤbrlicher in dem Venamten Dialogt Phäde, 8. 77

B Kap. 23. 1

148) Schleiermacher, wie Schneider haben dei neberezuns der Wrte: 606 6d4ν 1 oxi den Nebenſatz 4»yuy Sopdn n P poxe, auf dI⁶εν bezogen, was nach meinem Dafürhalten der Wortſtellung widerſtreitet. Der franzöſiſche Ueberſetzer giebt ndieſe Stelle ganz nach ihrer Wort⸗ und Saßtzfolge: II est difficile que ce qui resulte de Dassemblage de plusieurs- parties soit 'ternel, à moins que la composition n'en soit aussi parfaite que mient nous parattre celle de ramen Ich glaube, dieß Mal hat der franzöſiſche Philoſoph weiter geſehen, als der deutſche Theolog und der deutſche Philolog. Die deutſchen Ueberſetzer ließen ſich nwahrſcheinlich durch den Gedanken an den Phädo beſtimmem, daß vort die Seele drv er0» heißt, demnach hier von ihr es nicht heißen könne, daß ſie alsaus mehreren Theilen zuſammengeſett n und die ſchönſte Zuſammenſetzung häbend erſchienen ſei.n Hier iſt aber zu bedenken, daß erſtlich im Phädo die Zuſammengeſetztheit ilver Sebleinur gegenüber der des Körpers gelängnet wird, daß