Aufsatz 
Symbolae criticae ad epistolarum quae Platoni vulgo tribuuntur secundam / Wilhelm Wiegand
Entstehung
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die franzöſiſchen Mordflammen gänzlich in Aſche gelegt wor⸗ den, und nun verheeret und verſtöret da liegt, wobei es leider mit dem Regiment, Kirch⸗ und Schul⸗Schiff gefaͤhrlich ſteht; ſo iſt es nunmehro nothig, da unſer Gott uns wiederum einige Freude und Ruhe gönnt, daß man mit deſto unverdroſſener Hand wieder an das Ruder greift, um das beängſtete Stadt⸗ Schiff vor dem vor Augen liegenden und ſchwebenden Unter⸗ gang zu erretten. Nachdem der Plan über Reform des Gottesdienſtes, der Sonntagfeier und andre kirchliche Gegen⸗ ſtände ſich verbreitet hat, kömmt er auch auf die Schulen in folgenden, der Mittheilung werthen Worten:

Wie wir vorhero ein vortreffliches Gymnasium gehabt haben, alſo wäre ſolches, nebſt der deutſchen Schreib⸗ und Rechenſchul*), bald möglichſt wiederum anzurichten; dann man ſieht an artiger und unartiger Jugend, ja ſelbſt an er⸗ wachſnen Leuten, wie nöthig die Kinder⸗Zucht ſei: inzwiſchen gibt dieſes Bürger, welche dem gemeinen Weſen nützlich ſein können, oder ein Abſchaum deſſelben werden⸗ Es wäre alſo vornehmlich darauf zu ſehn:

1) daß man ohne partialité geſchickte Leute durch einen freien, und nicht eingedrungnen Beruf vocire; denen aber micht zu genau das Salarium zugeſchnitten ſei, damit zſe mit Freudigkeit arbeiten können.

2) Daß die Stipendia derer alumnorum nicht nach recommandation, ſondern nach dem guten Genie ausgethei⸗ glet werden, welche künftighin ihrem Vaterland große und treue Dienſte thun können.

3) Auf eine gelaſſne und unverdroſſne Unterweſſun iſt zu ſehn, ſonderlich in der Theologie, welcher praeceptor dieſe Gabe nicht hat, der iſt kein Schummaſne und wäre beſſer absentirt.

4) Hingegen wären eines recht qualificirten Schul⸗

*) Der Ausdruck iſ, wie alle, aractriſtich für die vamatige Zeit. Die(Elementar⸗) Wiſſenſchaft für die Jugend war damals noch unbekannt. Sie datirt ſich bekanntlich erſt ſeit Peſtalozzi.