Aufsatz 
Weiteres Bruchstück aus dem Wegweiser zur Wissenschaft und zum Studium der Hochschule : ueber die Mathematik / Wilhelm Wiegand
Entstehung
Einzelbild herunterladen

25

Roverval herabgeſetzte Geometrie des Descartes. De Rheita, Willebrord Snellius(erſte Grad⸗ meſſung 1615 in Holland und ſein Eratosthehés Batavus). De la Hire(1640 1718). Marquis de l'Hospital(Analyſig des Unendl. 1696). Cgſſini 1625 1712(Tafeln der Sonne und der Jupiters⸗Trahaͤnten) Fndecker 4 4 neüer Scdiutis rabänten). Hevel 1611 1688 (Sonnenflecken und Bewegung der Cometen.) Flamſtead 1646 1720(Historia coelestis Bri- tannicn und Firſtern⸗Atlas). Der Alles umgeſtaltende Leonhard Euler 1707 1783, aus Baſel. D'Alembert. Weigel, Sturm. Der Philoſoph Freiherr v. Wolff 1679 1754. In der Geometrie und Analyſis erwarben ſich noch beſonderen Ruhm: Lagrange 1736 1813 als Ver⸗ vollkommner der Analyſis des Unendl. durch die Variations⸗Rechnung, Lambert, Lacroir, Le⸗ gendre 1752 1833(Theorie der Zahlen und elliptiſche Functionen), l Huilier, Hindenburg (combingtoriſche Analgſts), Käſtner, Karſten, Klügele Pfaff, Gauß, Beſſel ꝛc. ꝛc. Hos nomingvimus... sunt alji multi, qugs persequi longum est. Denn wie könnten hier die Namen aller fruͤheren und jetzigen mathematiſchen Denker genannt werden, deren Scharfſinn und

Beharrlichkeit wir eine eben ſo neue als wahre Anſi ſicht von dem Weltall ſowie eine wohlthäͤtige Umgeſtaltung des geſellſchaftlichen Lebens, kurz mehr als den Anfang einer eben ſo neuen als wahren und unwiderſtehlichen 2), weit vembiſtabelenPhiloſophie bereits verdanken und die künftigen Geſchlechter wol noch Mehr zu verdanken haben werden. Die Scholaſtik des Mittelalters hatte ſich aus den Reſten der mythiſch poetiſ chen antiken Welt und aus den in der Bibel zerſtreut und bei⸗ läufig vorfommenden phyſikaliſchen Berichten eine Naturwiſſenſchaft oder vielmehr Natur⸗ auſchauung zubereitet, welche in der Art adoptirt war, daß man Jfaſt gleichen Glauben an ſie forderte, wie an die chriſtlichen Sittengeſetze. Ja, es gab eine Zeit; iin der es gefährlicher war, gegen die überlieferte, unrichtige Naturanſchauung zu verſtoßen, als gegen die heiligſten Sitten⸗ geſetze. Wie dem Galilei das bibliſche Sta sqlgentgegen gehalten wurde, ſo wurde auch Pater Scheiner, als er Sonnenflecken entdeckt hatte, von ſeinem Oberen zurückgewieſen unter Vorhal⸗ tung des Ariſtoteles, in dem hievon kein Wort zu leſen waͤre. Dagegen hat die Apologia pro Galifeo Mathematico Florentino(Francof. 1622) der Menſchheit zur Beherzigung zuge⸗ rufen:Weder Moſez, noch Chriſtus haben uns Phyſi ik und Aſtronomie gelehrt, ſondern was zur Seligkeit gehört und wozu die Natur nicht zureichend iſt. Wer den Chriſten Philoſophie und Viſſenſchaften verbietet, verbietet ih nen C briſten zu ſein; das chriſtliche Geſetz allein empfiehlt den Peineden alle Wiſſenſchaſten, weil es 8 ſ ich nicht fürhiet, daß 5 Falſchheit gezeigt werde. *) J. v. Ltebig ſagt(Chem. Briefe, S. 128, Heidelb. 1844):Ole Gewalt der Wahrheit, o wie ſie aus der Beobachtung hervorgeht, iſt unwiderſtehlich. Der Mathematiker würde hinzufügen: Die aus der Natur⸗

beobachtung hervorgehende Wahrheit iſt not unwiderßtehlie, wo ſie, möglichen dalls, mathematiſch be⸗ gründet und demonſtrirt wird. 1