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Zweitens iſt beſonders zu erwähnen, daß in Abſicht auf die Vertheilung der einzelen philoſophiſchen Lehrzweige unter die bisherigen zwei Hauptrubriken(theoret. u. pract. Phil.) bei den Philoſophen eine große Verſchiedenheit herrſcht, weßhalb vorerſt hierüber eine Prüfung und nöthigen Falls eine Erweiterung der Hauptrubriken nöthig ſein wird. Uneinig iſt man beſonders hinſichtlich der Vertheilung der erſt ſeit neuerer Zeit als eigene Disciplinen behandelten Religions⸗ und Kunſt⸗ Philoſophie oder Äſthetik, wie letztere allgemein aber un⸗ paſſend ſeit Aler. Gottlieb Baumgarten genannt wird. Diejenigen, welche nach der Art der Kantiſchen Schule in der Kunſtphiloſophie nur eine Wiſſenſchaft von den urſprünglichen Bedingungen des unintereſſirten Wohlgefallens unſerer inneren und äußeren Wahrnehmung(ας), alſo nur eine Ge⸗ ſchmackslehre oder vielmehr nur eine Geſchmacks⸗Kritik erblicken, und in Folge der(falſchen) Unterſcheidung von theoretiſcher und practiſcher Vernunft dem Menſchen jedes Senſorium für die Abkunft ſeines Seins abſprechen, dieſe müſſen natürlich die Aeſthetik der theoretiſchen, die Religions⸗Philoſophie der practiſchen Philoſophie zutheilen. Wer dagegen die Philo⸗ ſophie der Kunſt oder des Schönen für mehr als eine Poetik des Schönen hält und mit dem Genuſſe des Lebens auch ein Bewußtſein von ſeinem Urſprunge behauptet, der wird auf die entgegen geſetzte Weiſe verfahren. Wir befolgen keinen von beiden Wegen, ſondern bilden für beide Disciplinen eine dritte Haupt⸗Rubrik, da beide ſich auf eine eigenthüm⸗ liche Erſcheinung der menſchlichen Seele gründen, nämlich auf das Gefühl, wie die theoretiſche Philoſophie auf das Er⸗ kennen und die practiſche auf das Wollen oder Handeln. Bei dem ſehr vieldeutigen Worte Gefühl muß aber bemerkt werden, daß wir darunter nicht eine dem Erkennen und Wollen coordinirte Haupt⸗Seelenthätigkeit verſtehen(denn die neuere Eintheilung der Haupt⸗Seelenthätigkeiten in Erkennen, Wollen, Fühlen iſt eben ſo unhaltbar wie die der Alten in 46„09, 9lμ⁶, ειιια⁶αα), ſondern wir verſtehen unter Gefühl


