Aufsatz 
Drei Paragraphen über Ideal, Einteilung und Gliederung der Philosophie. Aus einer zum Drucke bereit liegenden Handschrift: Wegweiser zur Wissenschaft und zum Studium der Hochschule für Schüler der obersten Klassen von Gymnasien
Entstehung
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die urſprüngliche Quelle aller geiſtigen Lebensregungen, aus der erſt durch allmählige Entwicklung das Erkennen und Wollen als beſtimmte nach verſchiedenen Richtungen wirkende Kräfte hervorgehen, während das Gefühl eben die beiden gemein⸗ ſame ewige Urquelle bleibt, in deſſen Tiefe der Eimer der ver⸗ ſtändigen Theorie nicht immer gelangen kann, ſondern aus dem nur die begabtere Menſchenſeele, der Genius, meiſt unbewußt und aus höherem Antriebe als sacer interpres Deorum, wie Horaz ſich ausdrückt, uns erquickt und begeiſtert, und zwar oft nach Regeln und nach einem Verfahren, welche von den jeweiligen Compendien der Theorie nicht gemeiſtert, vielmehr als neue Bereicherungen von denſelben aufgenommen werden wollen.

§. 3. Gliederung der Philoſophie oder ſyſtema⸗ tiſche Ueberſicht ihrer Haupt⸗Lehrzweige.

Res utilis est ad sapientiam properanti utique necessaria, dividi philosophiam et ingens corpus ejus in membra disponi. Facilius enim per partes in cognitionem totius adducimur.

Seneca, Ep 89. A. Die theoretiſche Pbiloſophie iſt die Viſſenſchaft von den Gründen, Geſetzen und Bedingungen der menſch⸗ lichen Erkenntniß. Da man nun bei jeder Erkenntniß Subject und Object unterſcheidet, ſo hat die theoretiſche Philoſophie zwei Haupttheile: I. Darſtellung der ſubjectiven Bedingungen des menſch⸗ lichen Erkennens oder Logik; II. Darſtellung der objectiven Bedingungen des menſch⸗ lichen Erkennens oder Metaphyſik. Dieſe umfaſſ't: 1. die Ontologie oder die Lehre von der Rea⸗ lität oder Objectivität aller menſchlichen Er⸗ kenntniß,