Aufsatz 
Zur Methode des Unterrichts in der deutschen Sprache
Entstehung
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angeſtellten Erkundigung beläuft ſich der Koſtenbetrag des Abdruckes von den fraglichen Katalogen in c. 600 Exemplaren auf ungefähr 70 fl. Ein Aufſatz vom Director:Zur Geſchichte der Gym⸗ naſial⸗Bibliothek zu Worms wurde abgedruckt in Nr. 19 des zu Leipzig erſcheinenden Sera- peum, Zeitſchrift für Bibliothekwiſſenſchaft, Handſchriftenkunde und ältere Litteratur, im Vereine mit Bibliothekaren und Litteraturfreunden herausg. von Dr. Robert Naumann.

7. Ueber Störungen des Unterrichtes auf politiſche oder kriegeriſche Veranlaſſungen, über Außereinanderſtreben unter Lehrern und Schülern ꝛc. klagen faſt alle Programme, welche mir in jüng⸗ ſter Zeit zu Geſicht kamen. Auch ſind die meiſten von Reform⸗Vorſchlägen voll. Wir werden dieſe Klagen nicht vermehren, theils wir uns im Vergleich mit Anderwärts noch Glück wünſchen können, theils auch eingedenk des Horaziſchen: Levius fit patientia quidquid corrigere est nefas. In die Zeit der größten Unruhe und des Bombardements hatten wir glücklicher Weiſe dieſes Mal(mit höhe⸗ rer Erlaubniß) die Haupt⸗Frühlingsferien verlegt. Wenigſtens wurde kein einziger Schultag in Folge von öffentlichen Ereigniſſen ausgeſetzt. Und Reform⸗Vorſchläge? Wie dieſe in allen Din⸗ gen in unſrer Zeit ſich überſtürzt haben, ſo auch im Schulweſen, höheren wie niederen. Die Schule iſt von einem Extreme zum andern gerathen, wie ſolche Erſcheinung in allen Zeiten und Verhältniſſen ſich wiederholt. Früher hatte ſie ſich ganz verinnerlicht, ſie nahm auf das(aäußere) Leben wenig oder gar keine Rückſicht, mit 1848 ſchien ſie ſich ganz veräußern zu wollen. Wir haben ſchon Jahrhunderte lang in unſeren höheren Lehranſtalten die Pädagogik auf den Grund der lat. und griechiſchen Schriften getrieben; aber einer der ſchönſten Kerne derſelben, hat noch wenig Keime her⸗ vorgebracht. Bei den Griechen wenigſtens wurde die Pädagogik nie abgehandelt als in Verbindung mit der practiſchen Philoſophie, namentlich mit Moral und Staatslehre unter ſteter Beruͤckſichtigung der nationalen Sitte. So lange die Pädagogik dieſe Harmonie und ſolide Stellung nicht gewinnt, wird es eben ſo leicht wie ſchwer ſein, in derſelben Reformen vorzuſchlagen: leicht für die, welche Veränderungen gleich bedeutend mit(gründlichen) Verbeſſerungen nehmen, ſchwer für die, welche wiſſen, daß Idee und Wirklichkeit wol nirgend mehr collidiren als in der Pädagogik. Wer wie Schreiber dieſes bereits 20 Jahre faſt in allen Zweigen des Unterrichtes hat reformiren helfen*), hat dabei wol die Erfahrung gemacht, daß die wohlgemeinteſten Vorſchläge noch in der Wirklichkeit verkümmert werden. Wer im Reformiren ergraut iſt, überläßt gerne weitere Reformvorſchläge der Jugend, oder, ſpricht ſie, falls er ſi ch darüber ausdrücken müßte, am liebſten in ſehr wenigen und kurzen Sätzen aus.

8. Die bisher ſeit 1837. erſchienenen Programme haben in verſchiedenen wiſſen⸗ ſchaftlichen und pädagogiſchen Zeitſchriften(in der Pädag. Revue von Dr. Mager, in der zu Marburg erſchienenen Zeitung für die Alterthumswiſſenſchaft, in der zu Dresden von Adler und Dietze erſcheinenden Programmen⸗Revue, in den zu Leipzig herauskommenden Neuen Jahrb. f. Philologie und Padagogik ac.) eine größere und beifälligere Beachtung gefunden, als wir erwarten konnten. Bekanntlich wurde ſeit 1833 das Progr.⸗Schreiben verboten und nur mit Hervorhebung des hierorts beſonders vorhandenen Bedürfniſſes von Oeffentlichkeit auch hin⸗

*) In einer neulich erſchienenen ſehr beachtenswerthen pädag. Schrift Gur Organiſation des Schulwe⸗ ſens, namentlich der großen Städte. Briefe an ein Mitglied des Schulreform⸗Vereins zu Frankf. a. M. Von Dr. E. Kühner, mit einem Vorwort v. G. L. Kriegk. Frankf. 1849) wirddie ſchöne Verſöhnung zwiſchen Gymnaſium und Volksſchulen erſt von den Märztagen datirt. Wie den Leſern dieſer Blätter bekannt iſt, ſo iſt die Verwirklichung dieſer Idee in Worms bereits ſchon ſeit anderthalb Decennien, freilich nicht ohne mancherlei Verfolgungen und Widerſtrebungen, verſucht worden. . 2