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zu ächten Früchten reifen, wenn man dabei das heilige veſtaliſche Feuer der ſtillen Wiſ⸗ ſenſchaft und der gründlichen Studien über den nächſten Bedürfniſſen nicht erlöſchen läßt. Eine andre Ueberzeugung für die Realität der von mir verfolgten Idee gewähren mir die vernünftigen Stimmen im Schooße der Realſchulen ſelbſt. Für ein Gemüth, das nach einer deutſchen National⸗Bildung ſich ſehnt und das deshalb über ein abermali⸗ ges Schisma, auf dem Gebiete der Schule, ſich um ſo mehr betrübt, kann es nichts Erfreulicheres geben, als wenn ſelbſt Vorſtände von Realſchulen auffordern,*) von dem Kriege gegen die Gymnaſien abzulaſſen, und den Feind im eignen Buſen, den Mangel an Wiſſenſchaftlichkeit und Methode, zu beſiegen und hiebei die(guten) Gymnaſien ſich zum Muſter zu nehmen, und wenn der Unterricht im ſonſt ſo verhaßten Lateiniſchen von Reallehrern ſelbſt als ein weſentliches Bildungsmittel für die Realſchule reclamirt wird.) Offenbar wird ebenſo auf der andren Seite(der Gymnaſien) merklich ein⸗ gebogen, wenn auch nicht geradezu durchweg mea culpal geſagt. In faſt allen Gym⸗ naſien, mit Ausnahme etwa jener, welche durch ihre Lage geſichert, entſchiedene Univer⸗ ſitäts⸗Vorſchulen nach wie vor ſein können und müſſen und darum, von Zeiteinflüſſen und realiſtiſchen Rivaliſationen unberührt, ihren ein Mal eingeſchlagenen Gang fortgehen, wird an einen beſſeren Unterricht in der Mutterſprache gedacht, auf ſie der Unterricht in den fremden Sprachen zu baſiren geſucht, kurz man fängt an Das zu achten, worauf man ſonſt mit ariſtokratiſcher Verachtung und Selbſtgenügſamkeit hinab ſah, auf die Methode der guten Volksſchule.) Von den erfahrenſten Gymnaſial⸗Directoren wird auf Con⸗ centrirung und Vereinfachung ⁴) der vielen Gymnaſial⸗Lehrfächer, auf Moderation Er⸗ kenntniß⸗ und Lebensſtufe überſchreitender Forderungen u. dergl. gedrungen. Nach dieſer erfreulichen Erſcheinung, welche vor etlichen Jahren wenigſtens ſo bald nicht zu hoffen war, iſt es wol keine überſpannte Erwartung mehr, wenn man einer noch erfreulicheren entgegenſieht: nämlich daß über kurz oder lang aus den beiden Extremen ein drittes, nämlich ein möglichſt⸗) nationales Bildungs⸗Inſtitut ſich geſtaltet, dem alle bisherigen
²) Wie z. B. in einem ſehr leſenswerthen Aufſatze:„Das Realſchulweſen in Charactri⸗ ſtiken“ uͤberſchrieben, geſchieht; ſ. Januar— Aprilheft der Allg. Schulz. d. J.
²) S. das vorj. Progr. S. 15;3 ferner das Octoberheft v. J. von der paͤdag. Revue S. 415.
⁵) Daß auch die Volksſchule, als ſolche, noch ihre Maͤngel hat, entgeht mir nicht(ſ. das vorj. Progr. S. 14 und 15); aber das Gute zu achten, wo man es immer antreffen mag, iſt wol nicht nur erlaubt, ſondern ſogar Pflicht.*
⁶) Vorj. Progr. S. 12.
*) Ich ſage: ein moͤglichſt nationales, weil eine abſolut deutſche Bildung, wie die verungluͤckte Deutſchthuͤmelei zu Ende des zweiten Jahrzehntes gezeigt, nicht mehr moͤglich iſt, indem wir in der hoͤheren Geſellſchaft bereits zu ſehr von Auslaͤndiſchem, namentlich Roͤmiſchen, influirt ſind, und zwar mehr als wir gewoͤhnlich glauben.


