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„hindert uns nun zu glauben,“ fährt Lamprias nach einer ſehr unhaltbaren Begründung fort,„daß der Ausdruck zwanzig gebraucht worden, um anzuzeigen, daß dieſes eben
nnicht ſtrenge Wahrheit, ſondern nur wahrſcheinlich und erdichtet, oder in Rückſicht
„des Todten von ungefähr oder zufälliger Weife geſchehen ſei. Plato hält ſich bei allen „Gelegenheiten an die drei Urſachen, da er zuerſt oder doch wenigſtens am beßten einge⸗ „ſehen hat, wie das Verhängniß mit dem Zufall und dann wieder unſer freier Wille mit „einem oder beiden zugleich vereinigt und verknüpft zu ſein pflegt. In der Stelle, wo⸗ „von hier die Rede iſt, zeigt er auf eine treffliche Art, was für einen Einfluß jede die⸗ „ſer drei Urſachen auf unſern Zuſtand hat. Die Wahl der Lebensart überläßt er unſerm „freien Willen; denn Tugend und Laſter ſind frei und unabhängig. Daß aber diejenigen, „die gut wählen, fromm ſind, und bei denen, die ſchlecht wählen, das Gegentheil ſtatt „findet, eignet er der Nothwendigkeit des Verhängniſſes zu. Das Fallen der Looſe, die „auf's Geradewol herumgeſtreut werden, führt dann noch den Zufall herbei; überdieß
„pflegt auch die Jedem zu Theil gewordene Erziehung und bürgerliche Verfaſſung unſerm
„Zuſtande oft eine ganz andre Wendung zu geben. Ueberlege alſo, ob es nicht „unvernünftig iſt, bei zufälligen Dingen noch Urſachen aufſtellen zu „wollen. Denn beruhte das Loos auf irgend einem vernünftigen „Grunde, ſo würde es nicht vom Zufall oder Ungefähr, ſondern von „Verhängniß und Vorſehung abhängen.“— Zu dem Anfange dieſer Stelle macht Kaltwaſſer die ſinnige Bemerkung:„Dieſe Erklärung beruhet auf einem nur im Griechiſchen verſtändlichen Wortſpiel. Das Wort elu0½0— bedeutet eigentlich der zwan⸗ zigſte, ſoll aber hier von Plato ſo gebraucht ſein, daß damit auf 2109 oder E1*αςε⁴ε, wahrſcheinlich, was ſich wahrſcheinlich vermuthen läßt, angeſpielt werde.— Freilich eine ſeltene Hermeneutik!“— Ja für wahr!(ſetzen wir hinzu), aber gewiß auch eine eben ſo ſeltene Kritik, die im Falle iſt, uns conſequenter Weiſe zumuthen zu müſſen, daß wir mit einer Stimme der Handſchriften gegen zehn elôs mit àlοοι vertau⸗
ſchen, um dann vermöge einer unerhörten Metapher den Begriff vom verdrängten
elnog wieder zu gewinnen.— Aber geben wir Hrn. Schneider ſelbſt zu, was die wiſſen⸗ ſchaftliche Kritit kaum zugeben kann, daß er nämlich aus des Lamprias Erklärung eine Stelle außer allem Zuſammenhange ſich zur Begründung ſeiner Behauptung wählen darf; ſo widerſpräche dieſe Plutarchiſche Erklärung der Zahl 20 ſchnurſtracks der übrigen Platoniſchen Moral, nach welcher jeder Menſch der Schmied ſeines Glückes unter allen Umſtänden und allen Schickſalen iſt, wie unſer ganzes Werk und namentlich das Beiſpiel
des Ulyſſes zeigt. Vergl. oben S. 512, 5: 03„d d.απνoςα⁵‿ιμιςνασααι τνυν mκάααννν
d*dd zνν ꝓσ. Daß nicht die zufällige Rangordnung während der Wahl ſchuld iſt, warum Ajas zu einem Löwen degradirt wird, ſondern etwas ganz Anderes,


