Aufsatz 
Über Platos Republik X, S. 513, 10 Bekk. :
(Nachtrag zu meiner in der Zeitung für Altertumswissenschaft, Juni-Heft d.J., S. 576-598, beendigten Ährenlese.)
Entstehung
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bedenkt, daß, wie oben ſchon angedeutet, die ſtark pythagoräſtrenden Neuplatoniker zu Jagden auf Zahlen⸗Spielerei ſehr geneigt waren,(ſ. Krug's Geſch. der Phil. aller Zeit ꝛc. S. 417, 2. Aufl.) und Plutarch mehr wie wahrſcheinlich ſein Exemplar von Plato aus dieſer, ſchon lange vor dem dritten Jahrhundert n. Chr.(was man gewöhnlich als ihre Geburtszeit anſieht) im Keime vorhandenen(ſiehe Krug a. a. Orte S. 419, c.), Secte hatte. Und an unſerer Stelle war wirklich die Verführung nicht gering. Da der Ur⸗ heber dieſer falſchen Lesart von B. VIII& IX unſeres Werkes an myſtiſche Zahlen⸗ Räthſel und aus den früheren Büchern an homeriſche Citationen gewöhnt war, ſo waren die allgemeinen Zahlwörter&r 6εασα, dy dordroοοςε, ακαανν αme einladend genug, mit einer ſo kleinen oder gar keinen Veränderung auch noch ein anderes Zahlenverhältniß hinein zu leſen, zumal, da dieſes unter einer Anſpielung auf eine homeriſche Stelle geſchehen konnte. Daß dadurch die ganze Stelle verdunkelt ward(und das wird ſie, wie ſelbſt Schneider zugeſteht: Non magis quaerendum bei ſeiner Lesart eixoοσρ Oallerdings! cur Atalanta media, Ulysses ultimus sit) daran lag Nichts, war vielmehr deſto willkommener, denn dadurch ward ſie den obigen in Bch. VIII& IX deſto ähnlicher. Es iſt ſonach begreiflich, nicht nur wie er in ſeinem Exemplar 4οασσν las, ſondern auch wie er, der große Freund von antiquariſchen Abhandlungen, gerade durch die Dunkelheit der Stelle ſich veranlaſſ't finden konnte, ihr bona ſide eine Abhandlung zu widmen. Dadurch kann uns aber Plutarch erſtlich eben ſo wenig Auctorität ſein, als bei der Frage über die Aechtheit der verdächtigen Platoniſchen Schriften, deren er meh⸗ rere in Folge der den Alten überhaupt eigenen dᷣραοσια, als ächt anerkennt, die doch offenbar das Zeichen ihrer Unächtheit an der Stirne tragen. Vergl. K. F. Hermann's Geſch. u. Syſt. der Pl. Phil. S. 423. Was jene Auctorität aber noch mehr ſchwächt, das iſt Plutarch's Antwort oder Erklärung ſelbſt, die ich, Hrn. Schneider gegenüber, für eben ſo verfehlt und zwar dem Platoniſchen Geiſte widerſprechend halten muß, als die falſche Lesart, worauf ſie ſich gründet, was übrigens ſehr natürlich und dem Plutarch nach dem erſten Irrthum ſehr verzeihlich iſt. Schneider ſieht nämlich die hinreichende Erklärung für die von ihm recipirte Lesart in den dem Mitredner Lamprias(zu Ende des 2. Kap. der 5. Frage des IX. B. der Tiſchreden) in den Mund gelegten Worte: O0‿o ει ι, α mQαοοο³α. Dieſe Anſicht Schneider's wird indeß nicht beſſer wider⸗ legt, als wenn wir dieſe Stelle, aber mit den unmittelbar vorhergehenden Worten desſelben Mitredners Lamprias, hierherſetzen, woraus erhellen wird, daß von demſelben Dasſelbe gilt, was Schn. von den übrigen bemerkt: Reliqúa Gram- maticorum, quos in scenam producit(Plut.), commenta inania sunt. Ich bediene mich bei dieſer Anführung, zum Theil auch der Deutlichkeit wegen, der Ueberſetzung Kaltwaſſers, Bd. VI, S. 176 und ſperre die von Schn. allegirten Worte.Was