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früheres Leben war für ſie, die Pflegetochter der Minerva, nicht verloren.„Auch Den (ſagt Pl. kurz vor unſerer Stelle, S. 511, 17, am Anfange des 16. Kap.),„der zuletzt „hinzutritt, wird, wenn er mit Vernunft wählte und mit aller Anſtrengung der Weisheit „und Tugend lebte, ein Leben warten, mit dem er zufrieden ſein kann, und das nicht „ſchlecht iſt“— Vergl. hiemit das ganze 15. Kap. des X. Buchs.
II..
Nachdem wir alſo den Zuſammenhang unſerer Stelle an ſich ſowol wie mit der Idee des ganzen Werkes näher betrachtet und die auftretenden Charactere etwas ausführ⸗ licher beleuchtet haben; ſo können wir nun deſto kürzer im zweiten Abſchnitte ſein, näm⸗ lich bei der Entſcheidung unſerer Hauptfrage, welche von den beiden oben erwähnten Lesarten vorzuziehen ſei. Da alle genannten Seelen überhaupt nur in drei, höchſtens vier Hauptrubriken auftreten, ſo ſieht man wol ein, daß ſchon deßwegen eine auf Odyſſee 7, 540 ff. anſpielende Erwähnung, wie des Ajas Seele als die zwanzigſte oder, wie Schneider überſetzt, durch das Loos die zwanzigſte, gewählt habe, keinen vernünftigen Sinn weder zur Stelle an ſich noch zur Idee des Ganzen giebt, ja geradezu nicht minder abſurd erſcheint, als das von Cornar vorgeſchlagene enrégæy vor 7a.½œαme„.— Wollte man aber mit dem von Stallbaum allegirten, bei Plutarch I. I. mitſprechenden Gramma⸗
tiker Markus hier eine Art Spielerei von Plato vorausſetzen, dann müßte man
ſich erſtlich, wie dieſer, höchſt gezwungen und lächerlich wenden und drehen, um die Zabl zwanzig in Abſicht auf Ajas herauszubekommen, denn er wird im genannten eilften Buche der Odyſſee wirklich als der zwei und zwanzigſte erwähnt!— und zwei⸗ tens ſteht dieſer Annahme die Haltung und der Ton des ganzen Werkes insbeſondere dieſes zehnten Buches im Wege. Der in dieſem Dialoge, wie gewöhnlich, die Hauptrolle ſpielende Sokrates kann gleich von Anfange an die Mitredenden nicht oft und eindring⸗ lich genug erinnern, daß in dieſer Unterſuchung es der ernſtlichſte und wichtigſte Gegen⸗ ſtand gelte, und wenn er in den erſteren Büchern ſeiner beiteren Laune und Ironie gegen die ſophiſtiſchen und übrigen falſchen Anſichten über das Weſen der Tugend und des Laſters freien Lauf läßt, ſo liegt hiebei aber doch überall die ernſtlichſte Abſicht zu Grunde. Gegen Ende des Werkes hört aber die Lebhaftigkeit des Geſpräches und jene „Heiterkeit, beſonders hier im letzten Buche faſt ganz auf und Sokrates ſpricht ganz allein
faſt in continuo, und zwar namentlich hier an unſerer Stelle ſo ernſthaft, wie man
nur von der Ewigkeit eben reden kann. Wie alſo oben bei den größeren Zahlen⸗Stellen (B. VIII& IX) wir keine Spielerei ſtatuiren konnten(vergl. Aehrenleſe, zu S. 456, 3 — 457, 12), um ſo weniger vermögen wir es hier. Plato treibt wenigſtens in der
Politie keine Spielerei mit der Zahlenlehre, vielmehr iſt von ihm, wo er Gebrauch davon
macht, das ernſtlichſte Streben ſichtbar, die von ihm dialectiſch ergründeten heiligen Geſetze der — 6 4
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