—- 42— Bildung und Weisheit geſtrebt haben und zur wahren Einſicht gelangt ſind, die demnach
die Quelle der Glück⸗ oder Unglückſeligkeit im menſchlichen Leben nicht in äußeren Zu⸗⸗
fälligkeiten nach Art der zwei vorber beſchriebenen Rubriken finden, ſondern in ſich, nämlich in der Selbſterkenntniß und dann in der Beherrſchung der Begierden durch den z6os mit Hilfe des gebändigten 9 ι8, mit wenigen Worten: in Weisheit und Tugend. Repräſentanten dieſer Art hatte das heroiſche Alterthum wenige, indem deſſen Geiſteshöhe im Allgemeinen ſich nur bis zum Bereich des 9, zur i⁴ortul«, nicht zur eigentlichen ιοοomi« erſtreckte, weßhalb auch Plato wol die berühmteſten Helden Ajas ꝛc. oben zur Wahl primo loco ſchreiten läßt, hierin mehr der Anſicht ſeiner Nation, als ſeiner eigenen folgend, nach welcher letzteren die, welche den göttlichen Anblick(94 ααάισάάσαμι) gewähren, den Vortritt erhalten haben würden. Doch fehlt es bei Homer nicht ganz an einem Repräſentanten der Philoſophie, wie überhaupt die höchſten Blüthen der griechiſchen Bildung ſchon in den erſten Keimen ſichtbar ſind und, was ſie zum Muſter aller Zeiten macht, ſich organiſch daraus entwickeln. Als Vertreter der Weisheit, als Beſieger der maſſiven Kraft durch den unſichtbaren Hebel des Geiſtes, als Vorläufer der ſpäter entwickelten ſpeculativ⸗practiſchen Philoſophie, wird von allen philoſophiſchen Köpfen vorzüglich Ulyſſes angeſehen, der Liebling und Schützling der Minerva, wie er ſchon von Homer dichteriſch aber bezeichnend dargeſtellt wird. So ſehen wir, daß noch der philoſophiſche Horaz Ep. I, 2 beſonders aus dieſem philoſophiſchen Geſichtspuncte ſeinen Homer, namentlich deſſen Odyſſee ſtudirte, wenn er ſagt:
. Rursus, quid virtus et quid sapientia possit, Udle proposuit nobis exemplar Ulyssem; OQui domitor Troiae, mullorum providus urbes Et mores hominum inspexit; laltumque per aequor Dum sibi, dum sociis reditum parat, aspera multa Pertulit, adversis rerum immersabilis undis. Sirenum voces et Circae pocula nosti; Quae si cum sociis stultus cupidusquùe bibisset, Sub domina meretrice fuisset turpis et excors, Vixisset canis immundus, vel amica luto sus.
Und ſo ließ denn auch Plato den Ulyſſes hier als Repräſentant der wahren, geſunden Weisheit(ε„*εμμς̈ r£οοονκιι) und als Gegentheil aller übrigen auftreten, welche als Urſache ihres unglücklichen Lebens das Schickſal, böſe Geiſter und überhaupt eher alles Andre als ſich ſelbſt(tννν³ ε εαα ϑέ⁵ας̈νας d grduνεαα ⁴μ̈ανοð 699 νιναο⁹) anklagen. Seine Seele kömmt zufältig zu allerletzt(1α 30e⁴.), alſo noch nach dem Schlechteſten der Schlechten, nach dem niederträchtigen und einſt von ihm eigenhändig gezüchtigten Therſites, ſie, welche ordnungsmäßig die erſte hätte ſein müſſen. Sie läßt ſich aber davon nicht berühren und thut deſſenungeachtet noch die beßte Wahl, denn ihr
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