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nach einer anderen Sage aber in zwei Löwen verwandelt. So bittere Früchte alſo der Atalanta ihre(unweibliche) Kunſt getragen hatte, ſo läßt ihre vorwaltende Begierlichkeit (Eitelkeit) ſie, die wegen Vernachläſſigung ihrer höheren Bildung um kein Haar klüger geworden iſt, doch wiederum nur nach der alten Liebhaberei greifen; ſie wählt aber, um von ihrer ohnehin wenigen Weiblichkeit nicht mehr genirt und vor jedem Sieger Hippomenes ſicher zu ſein, das Leben eines Mannes, und zwar eines Kunſtkäm⸗ pfers von Profeſſion, eines Athleten, dem im Alterthum das Heirathen verboten war. — Das Gegenſtück von Atalanta iſt Epeios, der Erbauer des trojaniſchen Pferdes, Sohn eines meineidigen Vaters und, wie aus ſeiner Verurtheilung zum Geſchäfte eines Waſſerträgers(vergl. Schol. Vict. ann. ad 654) zu vermuthen iſt, ſelbſt nicht mackel⸗ los; er war zwar renomirt, aber durch keine eigentliche Männer⸗ oder Heldenthat, ſondern nur durch Fabrication einer hinterliſtigen Kriegsmaſchine. Wenn die Griechen überhaupt die techniſche Fertigkeit ſehr niedrig anſchlugen, ſo daß ſie bekanntlich ſelbſt noch einen Phidias zur verächtlichen arcuoia rechneten, um wie viel weniger mußte ein ſolcher Techniker in den Augen eines Plato gelten, vor dem alles Können und Wiſſen Nichts iſt, wenn es nicht ein unmittelbarer Ausfluß von der Kunſt aller Künſte, von der harmoniſchen Stimmung unſerer Begierden durch die Vernunft mit Hilfe des οας, d. h. mit einem Worte, von der auf wahrer Einſicht beruhenden Tugend iſt. Ganz treffend und dem übrigen Character des Epeios conſequent läßt Plato daher jenen bei der abermaligen Lebenswahl das Leben eines Weibes wählen, welches nach der un⸗ löblichen Anſicht der hierin orientaliſch denkenden Griechen den Character der Menſchheit nur mangelhaft oder halb ausdrückte, und daher bei ihnen im Allg. nur auf den engen Kreis handwerklicher Beſchäftigungen angewieſen war. Denn unter den Männern und Helden, wie ſchon bemerkt, ſpielte er(E.) eine eben ſo verdrießliche als unglückliche Rolle, wie er Iliad.%, 670 offen geſteht. Er brachte es höchſtens bis zur Virtuoſität im Boxer⸗Zweikampfe; im Diskuswerfen wurde er dagen nach Iliad., 839 ausgelacht. — Die unterſte Populace oder ſo zu ſagen den Jan Hagel des dritten Standes repräſen⸗ tirt endlich der nebſt ſeiner Feigheit und Häßlichkeit bloß durch ſeine boshafte Plauder⸗ haftigkeit berüchtigte Therſites, das lächerlichſte Subject des griechiſchen Alterthums, das deßhalb auch bei dem lächerlichen Schauſpiele(9 ⁷O⁷ε⁴ο⁶⁴*· nicht fehlen durfte. Nach der bekannten homeriſchen Beſchreibung desſelben(Iliad 6, 212— 277) iſt er im grie⸗ chiſchen Heere ein ſolches Muſterſtück von Gemeinheit und Verſunkenheit, daß er kaum noch einem Menſchen ähnlich ſieht. Daher konnte ihn Pl. nicht anders, als abgeſondert von den übrigen Conſorten(bei denen das 2εννυι zwar auch vorherrſcht, aber nicht ſo exorbitant, und die doch noch nach einiger Bildung, körperlichen oder mechaniſchen, geſtrebt hatten) und unter den letzten(„ νοτ ³ατνςα) wählen laſſen. Er


