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ſchen Fertigkeit finden. Wie die erſten das Unglück ihres erſten Lebens der Menſchen⸗ geſtalt zuſchrieben und dadurch, daß ſie bei der zweiten Wahl die ihren Trieben ver⸗ wandte Thiergeſtalt vorzogen, einen erbarmungswürdigen Anblick(9ꝝν 848e1*„) dar⸗ boten, ſo ſehen dieſe, die Unfälle ihres früheren Lebens überhaupt in einer anderen Zu⸗ fälligkeit, in dem ſexuellen genus, welches zur Erlangung eines tugendhaften und glücklichen Lebens nach Plato eben ſo unweſentlich iſt, als der Stand, den Jemand in der menſchlichen Geſellſchaft einnimmt. Therſites ſcheint hievon eine Ausnahme*) zu machen, jedoch nur ſcheinbar, wie wir ſehen werden, wenn wir die uüͤbrigen à&r 1ε0 etwas näher betrachtet haben werden, wie wir dies auch bei den vorhergehenden(nicht erſten!) thaten.
Die eben ſo durch ihre körperliche Schöͤnheit wie durch ihre(phyſiſche) Kunſtfertig⸗ keit in den Leibesübungen, beſonders im Laufen, dem Alterthume hochberühmte aber un⸗ weibliche Dame Atalanta hat unter den in der Mitte Wählenden nach Gebühr den Vortritt. Superabat enim, wie ſie uns Ovidius Metam. X, 561 characteriſirt, cer- tamine cursus veloces viros**), reſp. ihre Freier, welche ſie bekanntlich alle der Reihe nach, da ſie an Schnellfüßigkeit ihr nachſtanden, vorausbedungener Maßen uner⸗ bittlich dem Tode überlieferte. Deſſenungeachtet fehlte es doch nicht an einer immer von neuem herbeiſtrömenden Schaar von Freiern(denn tanta potentia formae, wie Ovid ſagt), bis der Jüngling Hippomenes durch ſeine ſchöne Geſtalt, mehr aber noch durch ſeine goldenen Aepfel ſie im Wettlaufe beſie ſegte. Die Ehe hatte aber dem Orakel⸗ ſpruche gemäß für die dieſes Mal nicht ungern Beſiegte ſchreckliches Unglück zur Folge. Sie wurde mit ihrem Neuvermählten zur Strafe wegen Entweihung eines Heiligthumes (die bloß phyſiſch Gebildeten achten kein höheres Intereſſe!) von zwei Löwen zerriſſen,
*) Dieſe Ausnahme genirte ſchon Proklus, der in Tim. p. 329, 17 zu ihrer Beſeitigung annahm, Plato habe den Therſites wol eine Affen⸗Seele, aber keinen Affen⸗ Leib annehmen laſſen. Schneider bezeichnet aber dieſe Annahme mit Recht als einen Irrthum. 4
**) Nec dicere posses, faͤhrt Ovid fort,
Laude pedum formaene hono praestantior esset. Scitanti Deus huic de conjuge, Conjuge, dixit, Nil opus est, Atalanta, tibi; fuge conjugis usum: Nec tamen effugies, teque ipsa viva carebis. Territa sorte Dei per opacas innuba silvas Vivit et instantem turbam violenta procorum
3 Conditione fugat, Nec sum poliunda, nisi, inquit, Victa prius cursu: pedibus contendite mecum. Praemia velox conjux thalamique dabuntur, Mors pretium tardis: ea lex certaminis esto.


