Aufsatz 
Über Platos Republik X, S. 513, 10 Bekk. :
(Nachtrag zu meiner in der Zeitung für Altertumswissenschaft, Juni-Heft d.J., S. 576-598, beendigten Ährenlese.)
Entstehung
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Rep. VIII, 590, 6= 551, A.) Deßhalb läßt ſie auch Plato alle vier, obgleich ſie unter den erſten wählen, wo alſo die vorzüglichſten Lebensalter noch alle disponibel ſind, aus(unvernünftigem) Verdruß über ihr erſtes oder früheres Menſchenleben, das Leben der Thiere wählen, deren Character und Triebe mit denen ihres früheren Lebens die meiſte Aehnlichkeit oder Verwandtſchaft haben(.ιισ⁹Hέμιααν τοο επςοέμιοι 91⁰). Unvperſtändiger Weiſe ſetzen ſie das Unglück ihres früheren Lebens nicht in die durch ihre Schuld vernachläſſigte Cultivirung und Anwendung des höchſten Seelenver⸗ mögens, ſondern in das ihnen, wie ſie meinen, zufällig zu Theil gewordene animali⸗ ſche Genus, und treffen in dieſem Irrthume dann eine erbärmliche Wahl. Der geſang⸗ luſtige und mit ſeinen Liedern Steine begeiſternde Orpheus wählt ſich das Vogelleben des gleichfalls durch ſeinen Geſang berühmten Schwans, weil er als Menſch von Menſchen (Frauen), die er durch ſeine Verachtung gereizt hatte, zerriſſen worden war; eben ſo zieht der in einem mit den Muſen(aus Hochmuth) eingegangenen Wettkampfe unterlegene Sänger Thamyris bei der zweiten Lebenswahl das Loos einer Nachtigall vor; Ajas das eines Löwen, um der(phyſiſch) tapferſte bleiben zu können, ohne wieder das menſchliche Urtheil eines Waffengerichtes und deſſen bekannte Folgen erleben zu brau⸗ chen; der Oberfeldherr Agamemnon, deſſen Ehrgeiz einſt zur Behauptung ſeines Ober⸗ kommando eine Tochter zu opfern kein Bedenken getragen hatte, wählt ſich nun das Leben eines Adlers, des räuberiſchen Vogelkönigs, damit er demſelben Triebe(immer königlich und befehleriſch oben zu ſein) folgen kann, ohne abermalige arge Händel mit einem Menſchen, wie Achilleus, oder die meuchleriſche Hinterliſt eines(menſchlichen) Weibes, wie Clytemneſtra, zu erfahren. Während dieſe menſchlichen Celebri⸗ täten alſo thöricht und in ihrer Thorheit ſich ſelbſt beſtrafend ihre zweite Lebenswahl treffen, wählt ein Schwan, wenigſtens eben ſo geſcheidt, wenn nicht noch geſcheidter, eines der ſo vacant gewordenen Menſchenleben, gleichfalls in der Hoffnung, in dem⸗ ſelben ſeiner Luſt am Geſange mehr fröhnen zu können. Dieſe letztere Bemerkung über die Wahl des Schwans iſt, was nicht zu überſehen iſt, hier bloß im Vorbeigehen ge⸗ macht und dürfte etwa nur dazu dienen, den von Plato oft gerügten philoſophiſch⸗mora⸗ liſchen Ungeſchick der Dichter anſchaulicher zu machen; denn die neue Lebenswahl der Thierſeelen überhaupt anlangend, ſo kömmt Plato unten(S. 514, 9) noch beſonders darauf zu ſprechen.

Wenn die eben beſprochenen von dem 9 6 beherrſchten Exemplare die Repräſen⸗ tanten der zweiten Klaſſe des Plat. Staates waren, ſo repräſentiren die darauf folgen⸗

den, in der Mitte(er εααοωι Atalanta und Epeios, ſo wie auch Therſites, die

dritte oder unterſte Klaſſe, die eiſernen Seelen, bei denen die Begierlichkeit das vorherrſchende Seelenvermögen iſt, und welche ihre Beſtimmung in der Kunſt⸗ und techni⸗

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