Aufsatz 
Über Platos Republik X, S. 513, 10 Bekk. :
(Nachtrag zu meiner in der Zeitung für Altertumswissenschaft, Juni-Heft d.J., S. 576-598, beendigten Ährenlese.)
Entstehung
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Unterrichtsgegenſtände(erſt religiöſe, oder vielmehr theologiſche und humaniſtiſche neben⸗ bei, dann humaniſtiſche vorherrſchend, dann realiſtiſche) hintenher bloß in eine äußerliche oder mechaniſche Ordnung bringen. Bis die Pädagogen die Hauptaufgabe*) löſen und die abſolute Einheit finden, nach der alle Lehrgegenſtände der höheren Bildungsanſtalten be⸗ ſtimmt und worauf alle bezogen werden, wird die hieſige Anſtalt zur Vereinfachung jener Vielheit ſich vorerſt noch von der Idee leiten laſſen, daß der Unterricht die jugendliche Seele zur Einſicht bringt nicht dadurch, daß er ihr von Außen(todte und todt bleibende) Augen einſetzt, ſondern daß er das ihr angeborene und lebendige Auge(der Vernunft) weckt, reinigt und ſchärft, und daß der ganze Bildungsproceß in nichts Anderem beſteht, als in einer durch den Unterricht zu vermittelnden Anleitung des Beßten in der menſch⸗ lichen Seele zur Anſchauung des Beßten in den Dingen(e&αᷣαάαάeνρν τον εέάνεςτoν ν vpxf de o dtre e e e e oder*οιαέeν ε vuxreOtvis ⁴ν 1 60Gα**).

An dieſer Idee werden die noch ſo verſchiedenartigen Lehrgegenſtände ein Mal ihren einen und organiſch belebenden Centralpunct finden, und dann wird bei allſeitiger Feſt⸗ haltung derſelben die Beſorgniß, das der jugendliche Geiſt durch das Vielerlei erdrückt werde, vermieden; die Mannigfaltigkeit des Lehrſtoffes wird bei Verfolgung ſolcher Rich⸗ tung vielmehr in fo fern als Vorzug erſcheinen, als eine größere Wahrſcheinlichkeit vor⸗ handen iſt, daß bei ſo vielfachen und vielſeitigen Berührungen keine der jugendlichen Seelen, ſo beſonders ſie auch organiſirt ſein und ſo ſehr ſie den allgemeinen Menſchen⸗ Typus variiren mag, ungeweckt bleibt. Hiebei wird freilich vorausgeſetzt, was aber jede, wenn auch noch ſo beſchränkte und ſpecielle Schule vorausſetzen muß, wenn ſie auf den Namen einer verſtändig organiſirten Anſpruch machen will, nämlich: 1) daß jeder Lehrer nicht nur hinſichtlich des Umfanges ſeiner Fächer, ſondern auch namentlich hinſichtlich der Methode in sua arte Roscius iſt; 2) daß die Anſtalt vom Schüler Vollkommen⸗

*) Ich freue mich, dasſelbe Beduͤrfniß von einem erfahrenen und in der Schulwelt ruͤhmlich bekannten Collegen ausgeſprochen zu ſehen. Hr. Director Ellendt bemerkt naͤmlich in der Vorrede ſeiner Materialien zum Ueberſetzen aus dem Lat. ins Deutſche S. IV:Denn daß in den Gymnaſien nicht auch eben ſo in den Realſchulen?) endlich an eine engere Verbindung einzeler verwandter unterrichtsgegenſtaͤnde ernſtlich gedacht werde, erſcheint bei der Vielheit der Lehrobjecte unerlaͤßlich, wenn der Gymnaſial⸗unterricht nicht ganz zerfallen und ſich ins unbeſtimmte verlieren ſoll. Verſtaͤndige Realſchul⸗ Directoren klagen nicht minder uͤber die Vielheit der Lehrobjecte.

**) Auch dieſe alte paͤdag. Idee ſollte von einem neueren Paͤdagogen, Beneke in ſeiner Erziehungs⸗ lehre, umgeſtoßen werden. Dieſe Neuerung hat indeſſen bis jetzt im Ganzen wenig Anklang gefun⸗

den, iſt vielmehr von einem erfahrenen Schulmanne, Hrn. Conrector F. H. kachmann gruͤndlich widerlegt worden, Zittau 1839.