Aufsatz 
Betrachtungen über die neueren Gewerbeschulen im Allgemeinen, sowie Erläuterungen über den durch die Verordnungen vom 21. März 1870 vorgeschriebenen Lehrplan und dessen Ausführung seitens der hiesigen Anstalt insbesondere / [Wiecke]
Entstehung
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zu gering sein. Diesen Schülern würde die hiesige gewerbliche Zeichenschule die Gelegenheit zu weiteren Uebungen bieten. Die Gemeinschaft der Sammlungen, der Methode und der Personen der Lehrer für beide Anstalten, genug die vollständige Intimität derselben, wird die Uebungen in der einen als eine Fortsetzung der in der anderen begonnenen erscheinen lassen, die Theilnahme auch sonst keinerlei Anstand erfahren. Ebenso ist es gewiss der Wunsch und die Zuversicht beider Anstalten, dass die Beziehungen zu einander die Zeit überdauern werden, während der die gewerbliche Zeichenschule noch der Gast in den Räumen der Gewerbeschule ist. Der Unterricht in der letzteren liegt in den Abenden der Wochentage von z8 bis 310, und mit dieser Einrichtung würde Seitens solcher Schüler einstweilen zu rechnen sein; aber die Noth- wendigkeit auch des Tagesunterrichts bei derselben wird von ihren Lehrern so scharf betont und die Nützlichkeit einer solchen Anordnung dürfte so überzeugend sein, dass schwerlich die Stadt Kassel lange auf diese Einrichtung die Schüler auf einen sehr reichlichen Unterricht im Zeichnen werden zu warten haben, sobald nur die gewerb- liche Zeichenschule ihr eigenes Lokal erlangt haben wird.

Linearzeichnen. Das Ziel des Unterrichts in der untersten Klasse ist Fertig- keit im Gebrauch der Zeichen-Utensilien, Korrektheit in der Ausfůhrung geometrischer Figuren, Bekanntschaft mit der Konstruktion der gewöhnlichen Kurven, sowie einige Uebung im Projektionszeichnen.

In keinem Zweige des Zeichenunterrichts werden irgendwo auf der Anstalt Vorlagen in demselben Maassstabe als diese, oder nach gegebenem Uebertragungsver- hältniss kopirt. Der Linearzeichenunterricht bedient sich der Vorlagen überhaupt gar nicht. Die Originale werden den Schülern, sofern diess zur Verständigung nöthig ist, in Zeichnungen an der Schultafel, an Wandtafeln und wo möglich in Modellen vor- gezeigt, die Zeichnungen der Schüler nach diesen, später nach freier Konzeption und dann ohne sie durch Rücksichten auf das blossUebliche besonders einzuengen ausgeführt.

Diese Einrichtung, die nicht bloss eine sehr werthvolle Tradition der Anstalt, sondern auch von allen in neuerer Zeit berufenen Lehrern als die allein zweckmässige anerkannt ist, bedingt, dass der Unterricht im Linearzeichnen gleich vom Beginn des Kursus der II. Klasse ab schon bauwissenschaftlichesoder Maschinen-Zeichnen ist. Die Methode setzt einen fortlaufenden Vortrag voraus, der über den Zweck der

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