Aufsatz 
Betrachtungen über die neueren Gewerbeschulen im Allgemeinen, sowie Erläuterungen über den durch die Verordnungen vom 21. März 1870 vorgeschriebenen Lehrplan und dessen Ausführung seitens der hiesigen Anstalt insbesondere / [Wiecke]
Entstehung
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wo ihr Eintritt in die Gewerbeschule im Allgemeinen erst erfolgen konnte, sich den Grad von Bildung erworben hatten, der sie auch nach den jetzigen Aufnahmebedingungen für den Eintritt befähigen würde. Aber es waren diese Beispiele durchaus nicht die Regel, in vielen Jahrgängen nur eine unerhebliche Minorität, während dann die Majorität solcher Jahrgänge durch Annahme eines kurzen Privatunterrichts den Anforderungen des Unterrichts glaubte genlgen zu können und dem Buchstaben der Aufnahmebe- dingungen zu genügen leider auch im Stande war. Diesem Uebelstande musste der Unterricht in den allgemein bildenden Fächern geopfert werden. Ich sage: er musste fallen, denn es war nach all den Versuchen, die bis zum Jahre 1851 durch Veränderung des Lehrplans mit ihm angestellt waren, richtig ihn zu streichen, wenn man sich nicht entschliessen mochte eine höhere Bildungsstufe beim Eintritt zu fordern. Saure gram- matische Arbeit passt nun einmal nicht zu einer wissenschaftlichen Behandlung der Mathematik und der Naturwissenschaften, wie sie dem Ziele der Anstalt entsprach und für jene Minorität auch ganz unzweifelhaft am Platze war und passt noch viel weniger zu der Einrichtung, dass der Fachunterricht auf einer relativ so frühen Stufe anfängt, als es hier der Fall war. Jene Majorität findet ihnrecht lästig, sehr bald auchüberflüssig und für die Minorität, die sich eher aufgehalten als gefördert sieht, ist er ohne Reiz. Die Aufnahmebedingungen vom 20. April 1871 ermächtigen die Anstalt zum Eintritt in die II. Klasse im Französischen und Englischen etwas mehr zu verlangen, als nach der Prüfungs-Ordnung vom Jahre 1859 bei der Entlassungsprüfung von höheren Bürgerschulen d. h. also auch: etwas mehr, als bei Realschulen I. Ordnung in jenen Fächern für die Versetzung in die Prima verlangt wird. Diese Bestimmung verlegt also das, was man dieErlernung der beiden fremden Sprachen nennt, in den Kursus oder in die Kurse vor dem Eintritt in die II. Klasse, und so steht für die Aufgabe dieser Klasse selbst und die höheren nichts einer gleichmässig durchgehenden Vertiefung in allen Fächern im Wege grade so wenig, setzen wir hinzu, als wenn früher der Lehrplan nur für jene Minorität zu sorgen gehabt hätte.

Es mögen jetzt die Aufgaben der einzelnen Lehrfächer vorgeführt werden, einerseits mit Rücksicht auf den früheren Lehrplan, andererseits zur Ergänzung des hinten mitzutheilenden neuen Lehrplans.

Mathematik und Mechanik: Die Planimetrie, ebene Trigonometrie und Stereo- metrie, sowie die niedere Algebra bis zu den Logarithmen und Gleichungen 2. Grades

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