Aufsatz 
Betrachtungen über die neueren Gewerbeschulen im Allgemeinen, sowie Erläuterungen über den durch die Verordnungen vom 21. März 1870 vorgeschriebenen Lehrplan und dessen Ausführung seitens der hiesigen Anstalt insbesondere / [Wiecke]
Entstehung
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bei möglichst mässigen dann aber streng innezuhaltenden Aufnahme- Bedingungen in einem einjährigen Kursus, der in einzelnen Gegen-

ständen etwas grössere, als die sonst üblichen Anforderungen an den Fleiss und die moralische Kraft der Schüler stellt, diese selbst bis zu jenem Normalstandpunkt der II. Klasse vorzubereiten.

Diess ist der Zweck und das Ziel der III. Klasse unserer Anstalt. Die Be- rechtigung zum Eintritt in dieselbe wird nicht auf Grund des Zeugnisses einer bestimmten Klasse der allgemeinen Bildungsanstalten, sondern durch den Ausweis über den Besitz der als Aufnahmebedingungen(cf. w. u.) angegebenen Kenntnisse erlangt. Dabei wird aber bemerkt werden können, dass auf der durch den Inbegriff dieser Kenntnisse dar- gestellten Stufe die verschiedenen Lehranstalten sehr viel näher bei einander stehen, als es für die bei dem Eintritt in die II. Klasse charakterisirte der Fall ist. Junge Leute, welche sich das Pensum der Unter-Tertia einer Realschule I. Ordnung oder das der Tertia einer Realschule II. Ordnung gut angecignet haben, werden den Anforde- rungen gentgen; und selbst tüchtige Gymnasiasten von derselben Stufe würden in den Fächern, die der Lehrplan des Gymnasiums enthält, hinter diesen Anforderungen nicht zurückbleiben, wenn sie das, was der Normal-Lehrplan(!) für Gymnasiasten im Französischen und in der Mathematik vorschreibt, sicher innehaben. Leider war es absolut unumgänglich auch einen Kursus der englischen Sprache hier schon vorauszu- setzen, so dass die Gymnasiasten, welche zur Anstalt übergehen wollen, für diesen Theil der Anforderungen immer noch auf Privatunterricht, allerdings auf ein sehr wesentlich kleineres Pensum angewiesen bleiben.

Es wird aus dem Gesagten der Schluss gezogen werden, dass Gymnasiasten, welche nicht eine besondere Gelegenheit haben die französische und englische Sprache in ihrer Familie oder sonst auf privatem Wege zu treiben, gut thun, sich der Vorbe- reitung für die II. Klasse durch unsere III. Klasse zu bedienen; dass Realschüler, welche die unteren und mittleren Klassen dieser allgemeinen Bildungsanstalten leicht durchlaufen haben, und vergleichsweise früh in die oberen Klassen aufrücken, voll- kommen richtig verfahren, wenn sie sich in diesen und das etwas reichlich! zum Eintritt in die II. Klasse vorbereiten, also bei zweijährigem Kursus der Tertia etwa den Kursus der Untersecunda noch absolviren; dass dagegen der Besuch auch der III. Klasse der Gewerbeschule in demselben Maasse für sie um so empfehlenswerther