Aufsatz 
Betrachtungen über die neueren Gewerbeschulen im Allgemeinen, sowie Erläuterungen über den durch die Verordnungen vom 21. März 1870 vorgeschriebenen Lehrplan und dessen Ausführung seitens der hiesigen Anstalt insbesondere / [Wiecke]
Entstehung
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stunden auch keinen anderen Unterricht irgendwie in seinen Bestrebungen stört und jeden anderen in seinen moralisehen Erfolgen gewiss recht wesentlich fördert die hier zu erörternden Fragen über Konzentration ihn überhaupt gar nicht berühren. Insoweit es ferner für die Ausbildung eines Schülers in der deutschen Sprache vor Allem darauf ankommt, dass er stylistisch und logisch geschult werde eine Aufgabe, an der aller Unterricht in gleicher Weise zu arbeiten hat wird der deutsche Unter- richt jeder der beiden Gruppen beizuzäühlen sein, während etwaige grammatische Unter- suchungen und Literaturgeschichte natürlich der ersten Gruppe sich anschliessen.

Der Vollständigkeit wegen wird endlich anzuführen sein, dass zu den genannten Fächern der mathematisch-physikalischen Gruppe selbstverständlich der Zeichenunterricht gehört, einerseits sich anschliessend an einen Vortrag über die im Linearzeichnen dar- zustellenden Gegenstände und dem Freihandzeichnen folgend ein Vortrag über Or- namentik.

Es fragt sich nun, wie diese Gliederung der Unterrichtsfücher jeder Abtheilung in zwei Gruppen die gewünschte Konzentration der Schüler herbeiführen könne gleichzeitig aber auch, ob sie nur um den Preis zu erreichen ist, dass die eine Gruppe sich mit dem bescheidenen Posten der Nebenfächer, der Nebensache begnlge. Bleiben wir speziell bei der gewerblichen Abtheilung stehen und halten uns, um ein Bild der Schule vor uns zu haben, den neueren Lehrplan der Gewerbeschulen gegen- wärtig, ohne damit sagen zu wollen, dass der Lehrplan nicht auch anders gestaltet werden könnte! 3

Die Konzentration eines Schülers ist dann immer vorhanden, wenn die ihm zugeflhrten Kenntnisse sein Eigenthum geworden sind, uber die er mühelos, wie über Selbstverständliches verfügt. Diese Kenntnisse aus dem anfänglichen Zustande loser Adhäsion in den eines bleibenden Eigenthums überzuführen gehört zunächst Zeit und noch einmal: Zeit! Zeit für den Unterricht und Zeit für ein mussevolles häusliches Nachdenken Zeit für die eine Gruppe grade sowohl, als für die andere! Sehen wir also zu, wie die vorhandene Zeit auf die einzelnen Lehrfächer vertheilt werden muss, damit nicht bloss Wissen sondern Können erzeugt, Frische und Lust am Schaffen nicht ertödtet, sondern je nach der Anlage geweckt und ermuntert werde. Es soll sich dabei nicht um Zahlenangaben für diese Zeit handeln; aber unvermeidlich wird es sein, die Unter- richtsmethode selbst zu berühren.