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werden sollte, nicht selten die Gefahr der Unlust und Verdrossenheit, ja der Verbitterung ein.
Diese Notiz würde ausreichen, das Missverhältniss zwischen den Fähigkeiten des Schülers und den Anforderungen der heutigen Realschule klar zu legen. Da es aber vor Allem darauf ankommt, zunächst dasselbe als ein allgemeines Ergebniss der Erfahrung hinzustellen, so wird es nothwendig sein, in den Zitaten des Referenten Ostendorf fortzufahren.
Direktor Dr. Schmidt äussert im Hittenberger Programm von 1844. man führe seit vielen Jaliren fortwührend Klage, dass bei der jetzigen Ein- richtung der Gymnasien einestheils durch den stündlichen Wechsel der ver- schiedenartigsten Lehrgegenstände die Aufmerksamkeit der Schüler zerstreut, anderntheils durch die selbstständige Behandlung aller Gegenstände das In- teresse derselben gleichmässig vertheilt und in Folge dessen abgestumpft werde. Und in dem Programm der Realschule zu Saulfeld von 1845 sagt Kühner, der Schüler lerne bei solcher Thätigkeit wohl, uuts er später im Leben können müsse: Geschäfte im bunten Wechsel treiben: aber freilich stehe auch zu Jürchten, dass er seine Lektionen eben nur wie Geschäfte uabmache.— Der Referent Ostendorf selbst: Und in der That sind von der Massenhaſtig- keit des dargebotenen Lernstosſs wie von einer schnellen Aufeinanderfolge ver- schiedenartiger Lehrgeg enstände wohl Gefahren zu besorgen. So tie der Leib des Knaben bei Lucullischen Mahlzeiten nicht walirhaft gedeihen, die Muskelkraft nur bei einfacher und mässiger Kost ihre natürliche Entwicke- lung erreichen Kann: so bedarf auch der jugendliche Geist einer Nahrung, die er in Musse verarbeiten, gleichsam verdauen kann. Kaum, ist gesagt worden, hat der Schüler sich in dem Ideenkreis eines Faches zurecht gefun- den, kaum sich an die Art und HWeise der Thätigkheit, welche dieses Fuch verlangt, geuhnt, kaum sich vertraut gemacht mit den Eigenthümlichkeiten des Lehrers, so zwird er geziwungen, sich vollständig umzustimmen. Dabei können, um mit Ma ger zu reden, unmöglich im Geiste sich Geivohnheiten
bilden, die Vorstellungen derselben Art können nicht heimisch aerden, sich


