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siedelte wohl auch Bruder Werner mit über und zwar, wie es scheint, wie diese von Mainz. Dort lebte zur„wynter zjt“ König Adolfs Mutter, die verwittwete Gräfin Adelheid, im reichen Clarenkloster und starb auch dortselbst 1288, 22. Febr. Die edle Frau, welche selbst das„kleydt der begynen“ angelegt hatte, stand offenbar zu dem Mainzer Franziskanerkloster in nahen Beziehungen. Der spätere Erzbischof Heinrich II. der Knoderer(1286— 88), der„mynner broider ordens lesmeister(lector) vorzjden gewest zu meintze“ war ihr„bichter“. Ein Ordensgenosse, Pater Petrus, ein Maler, war der erste Baumeister des Klosters (8. Nekrol. b. Kremer or. II. 420). Wenn also Bruder Werner sie„eyn geistliche sunderlich motter der mynner bruder und eyn gutdederyn derselben“ nennt, wenn er erzählt, dass sie ihren Sohn Diether„lieber hett gehabt jn der mynder bruder orden von sonder gnaden wegen, die sie hat zu dem selben orden“, so scheint die von uns, ausgesprochene Vermutung nicht zu kühn, dass Adelheid speciell den Minoriten zu Mainz gewogen war, und dass diese deren Tochter Richarde, welche ja bei der Mutter zu Mainz weilte, gerne den Dienst erwiesen, den Baumeister für das Kloster und den geistlichen Berater für seine Bewohnerinnen aus dem eigenen Kloster zu geben.— Vielleicht sprachen auch persönliche Rücksichten ein Wort mit. Das Geschlecht der Ritter von Saulheim oder Niedersaulheim stand zu Mainz in engerer Beziehung, moglicher- weise zu dem Hause Nassau in einem Lehensverhältnis, denn dieses war in dem bei Saulheim gelegenen Nackenheim begütert. Hiebei setzen wir freilich die noch unbewiesene Annahme als feststehende Thatsache voraus, dass unser Minoritenbruder dem adligen Geschlecht der Saulheimer angehörte. Dazu halten wir uns aber aus folgenden Gründen für berechtigt: Warum nennt sich dieser selbst als Mönch nicht einfach „bruder Werner“? Was hätte es für einen Zweck, das unbekannte Saulheim bloss als seinen Geburtsort anzugeben? Auch die übrigen angeführten Notizen bezeichnen ihn ausdrücklich als W. de Saulheim. Aber freilich auch bei den Brüdern Gerhard und Tilmann sind Ortsnamen zugefügt; er könnte zum Unterschied von anderen Wernern den Zusatz erhalten haben. Aber wer beweist, dass der dominus W. miles de Lindauwe und der domicellus W. de Merckesheim ¹), die zufällig als Wohlthäter des Klosters im Nekrolog erwähnt sind, Zeitgenossen W. v. Saulheim gewesen sind? Jedenfalls ist den Einwürfen gegenüber der Grund gewichtig, dass der Name Werner in dem Geschlecht der Saulheimer häufiger wiederkehrt und in demselben fast erblich gewesen zu sein scheint. Würde nicht Werner, wenn er bürgerlicher Abkunft gewesen wäre, nur„dictus Sauwelnheimer“ genannt worden, wie z. B. ein Henricus in einem Notariatsinstrument von 1337 (Staatsarch. Urk. 28 d. Kl. Cl.)? Bei Guden. cod. dipl. IV, 914 flndet sich ein Wernherus miles, dictus Krieg de Sauwlnheim 1272. Die Saulheimer waren Vasallen des St. Albanstiftes in Mainz, und mehrere ihres Geschlechtes traten in dieses Ritterstift ein. Einen solchen erwähnt— wie uns Herr Pf. Conrady mitteilte— gleichfalls mit dem Namen Werner zum Jahr 1273 Georg Helwich in seinem opus genealogicum t. VII. fol. 109 ²). Es ist vielleicht derselbe, welcher mit seinem Bruder Gottfried am 14. Dez. 1273 von Philipp sen. von Hohenfels belehnt wird ³). Ein W. miles de S. kommt in einer Urkunde v. 1289 vor ¹). Andere Saulh. auch einen Werner 1386 siehe Jakobsberger Annal.(Hdschr. in Mainz.) Zu 1305 und 1401 finde ich bei Scriba Reg. noch andere W. von S. Im J. 1300 vermacht ein Werner, Ritter zu Oppenheim, genannt von Sauwilnheim der Kapelle St. Antoni bei Oppenheim eine Korngülde zum Seelgeraid ⁵5). Auch unter den Brüdern des Kl. Eberbach, welches in Saulheim Güter hatte, finden sich Saulheimer. Im lib. anim. des Klosters, welches Roth font. III. 53. abgedruckt hat, wird ein Werner v. Saulheim als Vikar des St. Peterstiftes zu Mainz erwähnt. Endlich war ein W. v. Saulheim Abt zu St. Alban von 1404— 12 ⁶). Derselbe wird als Wernherus III Ring, nobili familia de Saulnheim provocatus angeführt in einer Beilage zu dem von Bodmann stammenden Exemplar des Reuter'schen St. Albansgulden im Habel'schen Archiv.— Somit halten wir uns für berechtigt, Werner dem adligen Geschlecht der Saulheimer zuzuweisen. Ohne Zweifel kannte der Erzähler die Gräfin Adelheid persönlich, vermutlich auch König Adolf und seine Gemahlin Imagina, welche später ihre Ruhestätte im neuen Kloster fand. Richarde wie ihre Nichte Aqdelheid, die zweite Aebtissin desselben(1311— 38) waren seine Beichtkinder. Entweder hat ihn letztere geradezu aufgefordert, einen Bericht abzufassen, oder er selbst hat sich gedrungen gefühlt, den Wohlthäterinnen seines Ordens ein Zeichen der Dankbarkeit zu widmen. Redet er sie und ihr Geschlecht doch vielleicht mit den Worten an:„vnd nun unzemlich vnd vndankwer were das uch(nach and. Hdschr. freilich einig) erlich vnd groiszes geschlecht, die got behegelich vnd gefellig synt, als lichtlich, von laszheit wegen vergeszen vnd vorhelt wurde“. Und abermals am Schluss bittet er,„das myr nit undanckber syn“, jeden Leser, dass er
¹) Kremer II, S. 416.— ²) D. arch. Sammlungen etc. v. Dr. Götze. S. 18.— ⁰³) Scriba, Reg. v. Hessen IV, 3. Suppl. S. 16. Reg. No. 5269.— ⁴) Rossel, Eberb. Urk. II, 508. S. 328.— ⁵) Widder, Geogr. Beschr. d. Kur- Hführ. 1 92, och mehre Saulheimer werden als Burgmänner von Oppenheim und Alzei erwähnt.— ) Jo. r. M. II, 1


