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omne donum perfectum de sursum est. Das tradidit cor suum u. s. w. ist entlehnt aus Ecclesus 39, 6: cor suum tradet u. 8. w. Der propheta deplorans, welcher ausrief: facti sunt inimici u. s. w. ist Jerem. lament. 1, 5, der übrigens hostes sagt. Fili, accedens u. s. w. steht Ecclesus 2, 1; capiti bellatorum ist aus Habac. 3, 14; fundans. Syon in saphiris nach Isai. 54, 11 fundabo te in saphiris; prescivit ab eterno nach Act. 26, 5; antequam fiant nach Sapient. 8, 8.— S. 331 cordis thesaurum aus Luc. 6, 45 verbunden mit qui denudat arcana amici des Ecclesus 27, 17 in ipso summo angulari lapide Chr. J. bis domestici dei umgestellt aus Ephes. 1, 2, 19 u. 20.— S. 332 Trahe— tuorum Cant. Cantic. 1, 3. Felix dies qui et angelis dei super conversis peccatoribus gaudium nach Luc. 15, 7 u. 10. Nisi conversi etc. aus Math. 18, 3.— S. 334 aurum— lapides superedificans pretiosos frei nach Petr. I, 2, 5 u. 6 ingressum u. s. w. und excelsi templi parietes aus Ecclesus 50, 2 u. 5. Aus Jer. lament. 5, 18 ist genommen propter montem Syon, quia disperiit, vulpes ambulaverunt in eo.— Zu S. 335 fructuosus palmes vgl. Jo. c. 15 que retro sunt oblitus u. s. w. nach Paul. Phil. 3, 13 diligentibus deum omnia cooperantur in bonum aus Paul. Rom. 8, 28.— S. 336 Humiliatum est in laboribus cor eorum aus Ps. 106, 12, amodo iam dixit u. s. w. aus Apocal. 14, 13; ingravescente carnis molestia nach Genes. 47, 4.— S. 337 Funiculus triplex difficile rumpitur aus Eccleses 4, 12, tornatiles u. s. w. ist Citat aus Cant. Cant. 5, 14: Manus illius tornatiles aureae, plenae hyacinthis. Stulta mundi u. s. w. aus 1 Cor, 1, 27 u. 28. Der dives purpuratus nach Luc. 16, 19 ff. Qui reliquerit etc. aus Math. 19, 26. Uxorem duxi etc. Luc. 14, 20. Christus pontifex u. s. w. bis introivit ist zusammengesetzt aus Paul. Hebr. 9, 11, 12.— S. 338 Superedificari etc. nach Ephes. 2, 20, bonorum operum secta- torem nach Tit. 2, 14. Zu conformis huic seculo u. s. w. vgl. Rom. 12, 2. Eccleses 12, 13 bot das Deum time— homo.
Der Verfasser des lateinischen Textes war, das zeigen unsere Nachweise wohl zur Genüge, sehr belesen, weit mehr als der Uebersetzer, der, um seine Weisheit an den Tag zu legen, statt der im Original stehenden Citate, die er nicht übertragen kann, bekanntere Schriftstellen wie„myn burde ist lycht etc., wer mich lieb haet etc., verlasset vch selbers etc., die bocke dieser welt etc., wer da will komen nae mir etc., gank hin etc.“ aus seinem eignen reichen Kenntnisschatz einschiebt und diesen dann„den heidnischen Meister Aristoteles“ zugesellt. Dass ihn die mittleren Buchstaben des„recolendae memoriae“ zu der Vorstellung vom„olenbaumgen“ verführt haben, wie Schliephake I, S. 158 meint, wollen wir zu seinen Gunsten nicht annehmen; der Vergleich
ist ein biblischer. Aus dem so klaren Satz„Jam dictus comes— estuabat ut generose lampadis clari- tatem et puellaris forme graciam decenti natalium copula maritaret“ radebrecht der Deutsche ein ganz Unverständliches„der egenannte— besweret was, we er— bestelte vnd zu der hilligen ee versehe de edelen
lampen synes woelgeborren(od. geburt!) vnd hoen bludes syner susteren“. Die Lampe war da, und das war das Wichtigste. Xehnlich macht er es mit anderen Wendungen. Das„fundans Syon in saphiris“ liefert ihm das schmückende Beiwort für Otto von Reveningen. Aber gerade die schönsten Vergleiche und Bilder des lateinischen Originals bleiben unübersetzt. Allerdings hat auch das Deutsche dafür einige mitunter treffende Vergleiche, welche einmal den Prediger kennzeichnen, wie„das Kaufhaus, die Zehrung dieser Welt, der falsche Sturm, die Netze des Teufels, der Rosenkranz des Adels, eyn meybloem vnd eyn suesz geroche aller leybhaber godes“, dann aber darauf hinzuweisen scheinen, dass derselbe in der epischen deutschen Literatur etwas bewandert war: Ruprecht und Arnold sind„zwey falken von sneller flucht“, ihre Schwester Demudis ein„dubychin“, dann nennt er Arnold einen„stam dar usz sproiz Ruprycht, eyn junck reysz“. Mit sichtlichem Wohlgefallen verweilt der deutsche Uebersetzer bei der Schilderung von der Heimführung der Braut(s. Vogel S. 126) und vom Klosterbau(S. 138). Für die mit der Lage von Arnstein und der St. Margarethenkirche weniger bekannten Leser sind unbedeutende Zusätze zu deren Beschreibung gemacht.— Von sonstigen Abweichungen des deutschen Textes in sachlichen Angaben ist eine einzige von Interesse, die Bemerkung nämlich, dass Ludwig III. als Kind von drei Jahren Waise wurde, wofür die lateinische Fassung die Angabe hat:„cum iam annos intraret adolescentie“. Vgl. hierüber Schlieph. I, 159. Ein einziges Mal tritt der deutsche Bearbeiter auch mit einer eigenen Ansicht hervor, qurch welche er sich als Gegner des Weltklerus kund giebt:„do lachte der godes knecht lodewych vnd converse dye guder yn godes ere, vnd neyt enbracht sy zu als dye preyster vnd paffen, de myt der armen testament buwen groesse palas vnd kostlyche huysser, darzu auch bonte rock, erneren vnd cleyden yre kelnersen das do alles verboden yst.“ Von sich selbst spricht der Verfasser nicht, ausser im Eingang, den er sonst überhaupt ganz hätte ändern müssen; dort übersetzt er„dysse vorgehorte wort hayn ich bedacht etc.“ Er giebt, wie Schliephake mit Recht hervorhebt,„kein Autorgefühl kund“;„er hat, weil er ein solches nicht auszusprechen wagte, alle Stellen, wo im Lateinischen dergleichen in bescheidenen Ansprachen an die Gunst des Lesers, namentlich zu Anfange und zu Ende der Schrift, ausgedrückt wird, wegfallen lassen“.(S. 159.)
Ziehen wir das Resultat aus unserer Untersuchung, so scheint uns festzustehen: 1) die lateinische Vita ist das Original; die deutsche ist eine spätere, freie, volkstümliche und fehlerhafte Uebersetzung desselben. 2) Die lateinische Originalhandschrift scheint verloren ¹); aber wir haben zuverlässige Abschriften
¹) Gercken III, S. 434 erzählt, dass ein Archivar von Arnstein„vieles aus dem Archiv entwendet“ habe, „so verloren gegangen ist“. Vielleicht befanden sich unter den entwendeten Stücken gerade jene Urschriften.
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