Aufsatz 
Nassauische Chronisten des Mittelalters / vom Gymnasiallehrer Dr. Widmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

15

O 11 lach dach mach nach statt der Formen mit t; C 13 da, die da, des da, de, erer, we und wye, zerongh, C 11 meist dye dya, des dya, yrer, wye und wey, zyrrongh, aber daneben auch einmal erer, ene, wo C13 gerade ynne, yrer hat; C11 wysze, C 13 weise, C 11 dyner(Diener), C 13 deyner, C,11 geschreben, leben kinder, aber gesniden, C 13 gescriben, lieben k., aber gesneden; beide bald dufel, bald dubel, hellig neben hillig; C11. gewöhnl. nyet, zuweilen auch bex wie stets C 13; C 11 van, C 13 gerade von; O 11 clyn neben cleyn, ryne, C 13 cleyn, reyne; O 11 verlye, blyeb, C 13 verleye, ble b; C 11 mensch, G13 mynsch; C 11 Rynes straemm, C 13 straum; O 11 orldb, 6 13 urlab; C 11 Ele einmal st. Adelheyd, verstoren st. C 13 versturen. Sprachlich ist überhaupt die deutsche Vita von hohem Interesse. Beispielshalber erinnern wir an die volkstümlichen Ausdrücke, wie bestrauffen vnd beruppen(vgl. unserbestruppen und beruppen), an die Alliterationen und dem Rechtswesen entstammenden Formeln: floys vnd foer, Heyssen vnd faren, beschirmen vnd beschuren; frye vnd ledych, schatzong vnd zoll, uff vnd abye u. s. w. Vogels Abdruck ist ungenau. Abgesehen von kleinen Ungenauigkeiten der Schreibung und Interpunktion ist folgendes zu bemerken: S. 125 korr. Vogel das ander wasser uff der linken syetten, während beide Hdd. rechten, wie vorher, haben; genau genommen fliesst sowohl die Lahn als der Dörsbach auf der rechten Seite von Arnstein; 8. 126 steht in C13 so wenig als in C 11 das sinnlose yn gelicher are, sondern ere; S. 128 ist zu lesen das ir lant neyt st. laut; es steht nicht mocht gesteyften, sondern gestryften, in C11 am Rand korr. gescheyfsten; S. 131 C 13 huysraâdes vnd befalle, nicht befallen; S. 132 C 13 alsz man dasz nennet eyn conversen wie in C 11. S. 133 zu Atftenhusen VIII huben, nicht VII(Vogel); der ganze Satz steht auch nicht zweimal wie Vogel ediert hat. Nur den hob zu keberloe hat C 13 doppelt, C 11 einmal. 8. 137 entphingen ene de(nicht den) egenanten godes knecht, C.11 hat dye. Am Schluss des Abschnitts hat C 13 nicht begen vnd zu beden, sondern legen, wenn auch etwas verwischt; C11 legen vnd zu beyden; S. 141 yn warer liebe vnd regneren in beiden Hdd., nicht, wie Vogel, regeren. Mitunter bietet C 11 bessere Laeafeen⸗ der Schreiber scheint seine Vor- lage ziemlich gedankenlos kopiert zu haben, einzelne Worte stimmen in C 11 mehr mit dem lat. Text als in O 13. Eine bessernde Hand merzte einige Fehler aus, so S. 124 st. dasz ysz sy zo brenge wie 13 hat korr. dasz er. S. 137, Z. 6 v. u. ist das falsche Mentze in Metze korr. Die wichtigsten abweichenden Lesarten der Hd. C 11 sind folgende: S. 124 vorgangen zyt st. vergangen, altuerder st. altvetter, dyssze fuesztrappen st. dye, bedrach st. bedacht, doch sal st. doch so sal, S. 125 schone st. schoen. genant dye lane etc., bei C 13 fehlt das etc.,- ussprechlychen feste st. vnvssprechlychen. lampen synes wolgeburt st. woelgeborren; S. 127 bestaydt eynen heren von ysenburg auch yn groesszer erwyrdycheyt var gegeben zu der helleger ee(es ist radiert; am Rand stand wie es scheint früher, wie in C 13, wart zu der ee). Dpe sebende suster lodewychs betaydt wart zu der ee(am Rand helliger) eynem graven von supthanen, wie später heutplude st. heuptlude. S. 127 gesudet st. gefudet. S. 128 C 11 detht er myt rade, C13 er alle. C 13 wae ist, enkan, G 11 richtig aristoteles spricht: ware rychtum vnd lust enkan neyt; C 11 falsch eyn geystliche stadt 13 gruyszliche, C 11 lasteronghe vnd schayde 13 schande. 011 zu berauffen allez, C 13 bestrauffen vnd beruppen. S. 129 C 11 behoefte Lexnerie wyssze, C 13 yn keyn., 011 0 furst wyrdestu erhaben. S. 130 C 11 vnd hatte dasz begabet eyn gotlychen leben, C 13 eyn Lereenu vnd gotlych leben, C11 Augustinus hatte. S. 131 C11 vnd wasz eyner begerth vnd baydt des, C 13 was der eyn begeret des; C 11 besyngen, C13 besungen; C 11 dye wor(C 11 hat w oft für 9 weren dem cloyster, C 13 de da vor vnd nütz weren; C 13 de dem orden hatten gedrucket, vil, CIl dagegen: dye den orden haetten, getrucket wyl guder myssebucher vnd eyn gantze lyberye; beide Lesarten geben keinen rechten Sinn. Die lateinische Fas- sung lautet völlig anders. Im Original muss für getrucket ein anderes Wort gestanden haben. Vielleicht ist zu lesen: de dem orden hatten gedienet oder geträwet oder de den orden hatten gebawetd. Kloster gebaut, wie Ma- rienlegende Stuttg. 1846. 106, 32. Ist die jetzige Lesart getrucket recht, so wäre sie ein deutlicher Beweis für die Ab- fassung der beiden Handschr., vielleicht sogar der Vorlage: beide wären dann nach Erfindung der Buchdrucker- kunst geschrieben, zu einer Zeit, wo die gedruckten Bücher frbasere Raritäten waren als alte Manuskripte. Im Katalog der Eberb. Bibl. sind die gedruckten Bücher gleichsam als besonders wertvoll mit der Bezeichnungimpressum

versehen. Der Schreiber von C 11 bezieht getrucket auf Meszbücher, begeht also eine der grössten Gedanken-

losigkeiten, einen der schlimmsten Anachronismen; er musste doch mindestens das wissen, dass die die Bibl. zierenden Drucke ¹) erst seit wenigen Jahren sich daselbst befanden; aber denkende Abschreiber scheinen eine Seltenheit gewesen zu sein. Ebenso sinnlos schreibt er z. B. 8. 136 zu eynem besten erden st. ende. S. 131 C13 usz den sassen C 11 dem; S. 132 C 13 beyde vnde da meydde C 11 beyde dya mydde; C 13 ordineret yn eynen apt Adelberone Treyrer C 11 zo eynem Alberone Treyer des romyschen payppest(am Rand stuls, lat. sedis); C 13 fynsterlyn C 11 fynstergyn; C11 yn dem ewangelio C 13 hilligen ew.; S8. 133 C 13 zehendem C 11 zehenden, G 13 zehenden C11 zehende. S. 134 G 13 leydich, G11 leytlich; G 13 Hartunck C 11 Hartrunck, vielleicht stand in d. Vorl. das richtige Hartrad. C 11 vleysen vnd auch faren.( 11 zu aller stunt C 13 zo aller zyt. S. 135 C 13 der vorgenante konynck vnd keyser C 11 der konynck; S. 136 C 13 der ene duchte C11 eme; G13 Canonich C 11 Cononych; C13 de dar waren gesessen C 11 dye dya vorgesessen; S. 137 C 13 entphingen ene de egenanten u. s. w., C11 so namen ene dye egenant godes knecht zu ene yne dye heberge; C 13 neyt enbracht sy C 11 vnd neyt brachte; C11 darzu bonte roch C 13 darzu auch; C 11 dyneren( 13 dynerynne; C011 keyne werntlyche rechte byden, C 13 richter beden; S. 138 C 13 lieb hatte CIIl haet; C13 vyandes C 11 vyanden; C 13 thornen C 11 thorn; C13 das fylsz das CIl der der; C 13 durchgroben durch groesze leyen C 11 durchgroben gr. 1., C 13 segeten dye beume, C 11 hyegen vnd sedden; C 13 aenlachten C 11 andlachten; G 13 schult des fleysz wie S. 140 unten, CI1 fleyschs yn dem wege;( 13 der de godes schafger verwayrt C11 schayer(Schaar); schafger= Schäfchen, wie S. 140 boemger, schwerlich Zusammensetsung mit ger= ein Stück

¹) Von Inkunabeln der Arnst. Bibl. wird uns nur eine durch Gercken, Reisen SenAn die Legenda de S. Servatio, Col. Agr. Arn. ther hoyrn. 1472 dies merc. 4 mens. marcii; doch waren in der reichen Bibliothek natürlich viel mehr vorhanden. Ein Exemplar dieses Drucks befand sich auch in Eberbach; dasselbe ist jetzt im Besitz des Nass. Alt.-Vereins.