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sepulture, 4) Gebete, 5) Miscellanea, darunter fol. COLIII die Gesta Com. Lodewici fund. nostri, darauf Summa claustrorum necnon indulgentiarum ordinis premonstrat. eine Aufzählung der Prämonstratenserklöster etc. Anfg: Anno dm millesimo centesimo vigesimo zuh Romano pontifice dno papa Pascasio quarto Inicium sumpsit erge premonstratensis in laudunensi dyocesi a venerabili patre nostro Norperto etc., dann Premonstratus, 27 Hexam. auf d. hl. Norbert, darauf de institucione et invencione ordinis premonstratensis. Anfg: Anno dñice incarn. C0CXVIII tempore Innocencie pape et Archadij Augustinus Wonensie u. S. w., dann kurze vita Norberti(s. Tod 1129 an- gegeben und die Grabschrift von 1233 mitgeteilt, darauf 91 Verse(v. V. 77 an Hexameter), deren Anfang und Ende v. Fried. a. a. O. mitgeteilt sind, endlich lat. Sprüche und Lebensregeln; die letzten Bl. leer.
Wir nennen diese Handschr. B. Sie stimmt meist mit A, scheint also Kopie davon. Nach dem Epitaph Ludwigs folgt die Grabschrift des ersten Abtes Gottfried(† 1151, 12. Oktob.; s. vita Lod. S. 336):
Epitaphium primi prioris: Aspice flos ubi sit, flos quem Saxonia misit, Non homo sed sidus, pater hic pausat Godefridus, Quem tuba nectarea vite claustralis ydea Annis bis senis templis perfecit habenis.—
Ueber andere lat. Hdd. siehe Friedemann Nass. Ann. IV, 418. Kurz vor Drucklegung der Arbeit empfingen wir noch durch die Güte des Herrn Stadtbibliothekars Dr. Velke zu Mainz eine weitere Hd. aus dem 15. Jahrh.(Papier, kl. 8⁰), bestehend aus 17 Bl., wie es scheint, aus einem Buche gerissen; am Schluss fehlen einige Worte und das Epitaphium; die letzten Worte sind: videt et si videri non. Auch sie ist Abschrift aus A. Sie sei mit C bezeichnet. Die Ueberschrift lautet: Incipiunt gesta comitis Ludewici fundatoris nostri.
Die älteste ist wohl eine aus Arnstein stammende Hd.(13. Jahrh.) Nr. 2801. 233 des britischen Museums(vgl. Archiv d. Gesellsch. f. ält. deutsche Gesch. VII, 79).— Ueber eine in der Bibl. des Bischofl. Hauses zu Mainz befindliche Hd. berichtete Dr. Falk in den Forschungen zur deutsch. Gesch. Bd. 14. S. 617. 1874. Er setzte dieselbe in die Zeit des Erzbischofs Jakob I. v. Trier 1439—56, welchem sie Abt Heinrich von Arnstein zum Geschenk gab(hoc opusculum offert). Das ist nicht möglich, weil zur Zeit Jakobs I. kein Abt Heinrich in Arnstein lebte. Ebensowenig regiert zur Zeit Jakobs II. v. Trier (1503— 11) ein Abt Heinrich. Wohl aber sind Zeitgenossen Erzbischof Jakob III. v. Eltz(1567— 81) und Abt Heinrich IV. ¹) Schupp, aus Limburg gebürtig(1556— 74). Demnach schickte dieser Abt zwischen den Jahren 1567 und 1574 dem Trierer Erzbischof das Büchlein, welches zwar früher geschrieben sein könnte. Nachdem wir durch die Güte des bischofl. Kaplans, Herrn Dr. Liesen in Mainz, das Manu- skript selbst zur Benutzung erhalten hatten, gewannen wir die Ansicht, dass es in der Mitte des 16. Jahr- hunderts geschrieben ist. Es ist ein nettes Pergamentbändchen in Sedezformat von 110 Seiten, deutlich und hübsch geschrieben. Hie und da scheint die Hand zu archaisieren. Wahrscheinlich hat es Abt Heinrich selbst geschrieben, der jedenfalls schon ein Fünfziger war, und dessen Handschrift daher einen älteren Charakter haben kann. Der Wert der Hd. ist gering; sie ist, wie es scheint, auch Kopie von A. Alle Hdd. enthalten dieselben Haupt-Fehler; diese haben somit in der Vorlage gestanden.
A, B, C, M haben ciconia pinxit statt des richt. pinsit, s. Pers. sat. I, 58; est quodam statt quadam, s.
Hor. epist. I, 1, 82. Hd. C hat die 2 Silben vergessen— dam pro. Bei dem Vers aspirate precor etc.(Böhm. S. 329) fehlt in B, M velis, was in A v. 2. Hand an den Rand gesetzt ist. C hat equorum(dâbbrev.) für equor. Für frangendo muris bei MI Sstand vielleicht muros oder frangendis(wie die and. Hdd. haben) Böhm. S. 336. Zweifelhaft sind Stellen wie distat autem locus idem tribus a Reno(h in A darüber korr. von 2. Hd.) miliaribus versus orientem(B. S. 327) und probitatis cereus promisisset(B. S. 328). An beiden Stellen ist in A die Lesart undeutlich. An erster stand ursprünglich orientem, aber es ist geändert in occidentem, was M aufnahm, während B, C orientem haben; an der zweiten hatte A zuerst cerei, die spätere Hand machte neben das i ein s, so dass nicht klar ist, ob es cereis oder ceres heissen soll. B, C haben cereus, M caeres. A, M: solliciter estuabat, B, G sollicitus, wie Böhm. hat(s. Fried. S. 421); alle vigilanter advertite st. vigilantes(B. S. 339). An ersterer Stelle interpungieren B und M circumspectus et prudens, super omnia... viel besser als bei Böhmer. In den Formen der Namen weichen die Hdd. wenig von einander ab. Der, Schluss ist bei M kürzer als in A, B und C. Nach supplicia reportare(B. S. 339) fehlt nämlich die Stelle Sequitur vos bis perfectus, 7 Druckzeilen, dafür heisst es kurz: sed finem loquendi omnes pariter audiamus. Deum timeamus, et mandata eius observemus, simusque pereoti quem admodum pater noster perfectus est. Ad hane perfectionem u. s. w. bis Amen. Epitaphium udovici comitis et fundatoris in Arnstein(A huius monasterii). In der Grabschrift haben A, B und M, sowie die Kopie des 18. Jahrh. Profert, nicht perfert(wie Böhmer hat). Der kürzere Schluss von M findet sich wortlich in der von Friedemann, Nass. Ann. IV, S. 417 Anm., besprochenen Ausgabe von C. L. Hugo s. antiq. mon.
¹) 8. über ihn Arnst. Nekrol. v. Becker. S. 80.— Im Verzeichnis der Aebte bei Vogel, Ann. d. Ver. f. nass. A. Bd. II, 2. S. 145 heisst es von ihm:„hic bibliothecam in templo fieri curavit“..


