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v. d. Linde, d. Handschr. S. 91; daselbst auch die Ausgaben, und Potthast. S. 329. Ferner vgl. Jöchers Lexikon und Oudin. de script. eccles. 1722. III, 51., nach diesem Joannis rer. Mog. I, S. 11., endlich Schmelzeis, das Leben und Wirken der h. Hildegardis, nach d. Quellen dargestellt. Freiburg i. Br., Herder 1879.
In den ältesten Hdd.(13. Jahrh.) wird der Verfasser des speculum stets Prior Gebeno genannt, nur eine Pariser Handschrift des 15. Jahrh. hat Gyeno. Als Zeit der Abfassung der Schrift geben die Hdd. 1220 an. Er widmet sein Werk den Magistern Reymund und Reinher, Chorherren von St. Stephan in Mainz und rechtfertigt im Vorwort an dieselben seine Schrift: Da nur wenige die sämtlichen Werke der hl. Hildegardis besitzen könnten, habe er das Wichtigste daraus zusammengestellt und dies in fünf Zeiten eingeteilt. Der aufmerksame Leser werde aus denselben sowohl den gegenwärtigen Zustand der Kirche als alle künftigen Zeiten und Gefahren und die Ankunft des Antichrists wie in einem Spiegel erblicken. Daher also der doppelte Titel. In der Einleitung giebt Geb. eine Lebensbeschreibung der Heiligen.— Dass auch ihm, wie„anderen weisen Männern“ die hl. Hildegard ihre Vision diktiert habe, ist weder nachweisbar noch wahrscheinlich. Wir wissen von ihm nur das, was die Eberbacher Urkunden über ihn enthalten. Zuerst finden wir ihn als Subprior in einer Urkunde von 1213 ¹). Als Prior kommt er vor unter Abt Theobald(1206— 21) im J. 1215²), 1217, 1219, unter Abt Konrad I., dem Verfasser des exordium magnum 0. C. 1221. Im Jahre 1218 ist der frühere Subprior Wigand Prior. Aber der in derselben Urkunde mit G. bezeichnete custos et frater ist wohl kein anderer als unser Gebeno, ebenso wie der cellerarius Gebeno des J. 1222 und der einfache frater gleichen Namens von 1223. Keinenfalls aber ist er der in einer Urkunde von 1237 vorkommende convers. Gebeno ³). Ebensowenig darf er verwechselt werden mit dem gleichzeitigen Abt G. von St. Alban in Mainz 1219 4).— In dem Katal. der Eberbacher Bibl., in welchem fol. 98 T. 8, 9 der liber scivias Hildegardis, die vita et epistole S. H., item vita S. Dysibodi und T. 10. die libri revel. dei b. Brigitte verzeichnet sind, haben wir Gebenos Werk nicht bemerkt; doch scheint der Katal. unvollständig. Gebenos Pentachronon ist wie das exordium m. ein Beweis für die zu Anfang des 13. Jahrh. im Kloster Eberbach herrschende ascetische Richtung.
Reinher und Reymund kommen in Eberb. Urkunden öfters vor, zum Teil zusammen mit Gebeno 1217, 1223, 1224, 1226. Reinher wurde 1225 Dekan zu St. Stephan und starb 1230. S. Rossel. I, 2. S. 194. 240. 242. 255. Io. rer. M. II, 553. 560.— Die übrigen Schönauer Quellen werden wir an anderem Ort behandeln.
Der Arnsteiner Mönch,
Verfasser der Lebensbeschreibung des Grafen Ludwig III. von Arnstein.
Ist auch die Behauptung Vogels(Nass. Ann. I, 2, S. 121), dass der Mönch von Arnstein der älteste, bekannte Schriftsteller Nassaus gewesen ist, nicht haltbar, so wird diesem doch der Ruhm, der älteste Historiker unserer Heimat zu sein, weder von Düdechin, noch von Eckbert, Emecho und Gebeno streitig gemacht werden können. Die Lebensbeschreibung des Grafen Ludwig III. von Arnstein, des letzten seines Geschlechtes, ist anerkanntermassen nicht nur eine der schönsten Blumen, welche in dem grossen Garten mittelalterlicher Geschichtschreibung überhaupt emporgesprosst sind, sondern speciell für das kleine Beet, welches das nassauische Ländchen in demselben einnimmt, eine ebenso anziehende, als wertvolle Zierde, kostbar für die Geschichte des Landes wie des Hauses Nassau. Um so bedauerlicher ist es, dass wir den bescheidenen Gärtner nicht näher kennen, der sie gepflanzt hat. Deiectus vita, nullus in gratia, incultus verbo, pauper ingenio(Böhmer, fontes III, S. 326) und scriptor incultus(S. 329), nennt sich der demütige Verfasser der Vita und bittet um Verzeihung, dass er es gewagt habe, eines so trefflichen Mannes Leben zu beschreiben. Nennt er sich auch nicht mit Namen, wissen wir auch sonst nichts von dem Leben des schlichten Autors, so können wir doch wenigstens einzelnes aus seinen Aeusserungen schliessen. Feststeht, dass er nach dem Tode Ludwigs(28. Okt. 1185)⁵), geschrieben hat, auch nach dem Tode des dritten Abtes von Kloster Arn- stein, Richolfs, † 15. Febr. 1196 ⁶), da er bei dessen Lebzeiten kaum die Bemerkung über seine Amts-
¹) S. Rossel, Eberb. Urkundenbuch. I. 2. S. 167 f.— ²) Rossel. S. 172. Bärs Gesch. v. Eberb. I. 556. Kremer or. II. 259. und für die folg. Jahre s. Rossel S. 188. 190. 194. 196. 217. 226.— S. 207.— S. 229— 241.— ³) S. Roth, Geschichtsqu. aus Nassau. II. S. 14.— ⁴) Jo. rer. Mog. II. 758 ff. u. Becker, Arnst. Nekrol. S. 117. — ⁰⁹) S. Becker, Arnst. Nekrol. S. 185 und im hdschr. Calendarium d. 15. Jahrh. Ver. f. Nass. Alt.— ⁶) S. Becker, Arnst. Nekrol. S. 65.— In dem Romersdorffer Nekrolog v. 1690, handschriftlich auf der Wiesb. Landesbibl. ist als Todestag verzeichnet Febr. B. 13.—.
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