Aufsatz 
Nassauische Chronisten des Mittelalters / vom Gymnasiallehrer Dr. Widmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

7

und Frömmigkeit drang weithin, seine herrlichen Predigten zogen eine Menge Gläubiger herbei. S0 wirkte er überaus segensreich durch sein Beispiel, durch Wort und Schrift unter dem Abte Hildelin. Tritheim verzeichnet die ihm bekannten Werke in Mon. Hirs. Chron. S. 149. S. auch Nebe a. a. O. S. 261. Beim Schönauer Mönch sind davon nur folgende mit Titel erwähnt: 1) de cantico Magnificat.(Hd. davon in der Trierer Seminarbibl.), 2) de evangelio Lucemissus est Gabriel angelus.(Hd. in Trier.), 3) das Buch adversus haereses. Nicht erwähnt ist bei Trith. ein zur Ehre Jesu und Mariä geschriebenes Büchlein, betitelt stimulus dilectionis, dessen Stil der Mönchhonigfliessend nennt. Der Titel scheint fast in Nach- ahmung des Schriftchensstimulus amoris vom hl. Bernhard gewählt(im Katal. der ehemal. Eberbacher Klosterbibliothek von 1502 erwähnt oculus mem. II. fol. 96. H. 15. im Staatsarchiv zu Wiesb.). Aus einem anderen citiert der Biogr. nur eine Stelle, wahrscheinlich die Anfangsworte:verbum inest ad te, o rex secu- lorum, Christe Jesu. Schwerlich sind die von Trith. genannten meditationes de Jesu et Maria(Hd. in Trier) identisch mit dem opusculum contra Judeos, eher mit dem stimulus dilectionis. Ausser diesen verfasste Eckbert nach dem Biogr. noch unzählige andere. Dazu gehört vor allem sein schon erwähntes Büchleinde obitu domine Elisabeth sororis sue in Briefform, als 6. Buch enthalten in den beiden Wiesb. Handschr., ferner die von Trith. verzeichneten Briefead diversos, von welchen uns nur einige Fragmente erhalten sind durch Flacius, catal. test. veritatis. S. 588. vgl. Nebe S. 254. Die Eberbacher Klosterbibliothek besass dieselben wahrscheinlich zum Teil; wenigstens giebt der Katalog(ocul. mem. II. fol. 100. G. 25) epistole Eckberti monachi ¹) an. Ihr Verlust ist sehr zu beklagen, da sie den wenigen Resten zufolge eine wichtige Quelle für die Kulturgeschichte des 12. Jahrh. waren. Höchst wertvoll ist die uns durch den Druck von 1530(Joh. Soter. Köln) erhaltene Schrift gegen die Katharer*²), da Eckbert in ihr die Erfahrungen niederlegte, welche er als Bekämpfer dieser Sekte, alsCatharorum haereticorum malleus wie Bucellinus ihn nennt in Bonn und anderwärts gemacht hatte. Er schrieb sie auf Ermahnung seines Abtes. Auch von dieser Schrift besass das Kloster Eberbach ein Exemplar, wie der Eintrag im ocul. mem. II. fol. 100. G. 24Eckbertus contra tartaros(sic!) beweist. Obwohl er als Kanoniker im Bunde mit seinem Genossen Bertolph(Prol. zur Schrift adv. haeres.) ³) der Irrlehre mit allem Nachdruck entgegen- gearbeitet hatte, war er doch mit weiser Milde verfahren und hatte die Irregeleiteten nicht durch Drohungen zu zwingen, sondern sie zu widerlegen und recht zu belehren versucht. Sein edles Verfahren gewann ihm aller Herzen; viele bekehrten sich, ja einige Katharer schlossen sich ihm an in der freilich irrigen Hoffnung, ihn zu sich herüberziehen zu können(vita Eckb.). Auch nachdem er das Kleid des Kanonikers mit der rauheren Kutte vertauscht hatte, setzte er den Kampf fort; sein Einfluss mag auch Elisabeth bestimmt haben, sich gegen die Irrlehren, wie überhaupt gegen die Laster ihrer Zeit zu wenden(vis. III. c. 24. u. 25.). Noch mehrmals ward er nach auswärts berufen zu Bekehrungsversuchen, so 1163 nach Köln(Trith. Chron. Hirs. 1,450. s. Nebe. S. 251) und ein andersmal nach Koblenz, um einen Sektierer aus Carden zu bekehren (Trith. a. a. O. z. J. 1167. 1,459. vgl. Brower, Ann. Trev. 2,70. Görz, Mittelrh. Reg. 2, S. 65. dort a. Lit.). Der Biogr. berichtet ferner von einem Examen zu Mainz, welches durch Eckbert gegen etwa vierzig der Häresie Verdächtigte abgehalten wurde. Eckbert überführte sie; aber alle weigerten sich zu widerrufen mit Ausnahme eines einzigen,qui heresiarcha inter eos fuerat et magister pluribus annis.

Inzwischen war Elisabeth gestorben, nach der gewöhnlichen Tradition am 18. Juni 1165, nach der epist. de obitu im 36. J. ihres Lebens, im 13. J. ihrer Heimsuchung. Da sie nun nach dem Zeugnis der Hdd. die ersten Visionen im J. 1152 hatte, so wäre das 13. Jahr nicht 1165, sondern 1164. Der Schreiber des Papiercod. hat nachgerechnet und kam zu demselben Resultat, denn zweimal gibt er an 1) nach der epist. de ob., 2) am Schluss des Regist. zu den Vis.:transiit ex hoc mundo nobilis et deo dilecta virgo sponsa Christi Elisabeth XIIII. kal. Julii etatis sue anno 36, visitationis autem sue 13. et requievit in pace 6. feria hora nona anno dni MCLXIIIIé. Da aber auch nach dem Zeugnis des Bruders der Todestag Elisabeths ein Freitag war, so kann das Sterbejahr nur 1165 sein. Entweder ist also die Bestimmung desselben als des dreizehnten der Visionen nicht ganz genau und dies ist das wahrscheinlichste oder der Zwiespalt erklärt sich aus der Abweichung des stilus Trevirensis von der gewöhnlichen Jahresrechnung. Unvereinbar damit bleibt eine Notiz, welche ich in den Kollektaneen von Sekretär Pfeiffer zur Nass. Genealogie (16. u. 17. Jahrh. handschr. im Wiesb. Staatsarchiv) Fol. 35 fand. Eine Hand vom Ausgang des 16. Jahrh. oder Anfang des 17. Jahrh. hat hier unter einer Abschrift der Schönauer Reimsage die Bemerkung gesetzt:

¹) In demselben Katal. fol. 100. H. 7 ist eine historia nova XI milium virPinäm und eine vita Elizabeth de Schonaugia verzeichnet. ²) Nebe a. a. O. giebt einen Auszug. ³) Im Nekrol. des Kl. Arnstein am 21. April der Tod eines Kanonik. Bertolph verzeichnet.