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dem Volum eines Gases zu dem auf ihm lastenden Druck darstellt, ist cine der Entdeckungen des grossen Forschers,
Seit Boyle war die Aufmerksamkeit der Chemiker in nicht geringem Grade dem Wesen der Verdrennungserscheinungen zugewandt. Unter den Forschern, die sich mit der Erklärung dieses wichtigen Prozesses beschäftigten, verdient besonders John Mayow(1645— 1679) hervor- gehoben zu werden, ein Mann, der seinen Zeitgenossen weit vorausgeeilt war. Ihm war es gelungen, durch Erhitzen des Salpeters ein Gas zu erhalten, von dessen Identität mit dem die Verbrennung unterhaltenden Bestandteil der Luft er überzeugt war. Er wusste, dass dieses Gas, welches er spiritus igno-aéreus oder spiritus nitro-aéreus nannte, die Verbrennungserschein- ungen begünstige, er erklärte die Verkalkung der Metalle als die Vereinigung derselben mit dem betreffenden Bestandteil der Luft und schrieb die beobachtete Volumverminderung bei der Verbrennung eines Körpers in einer durch Wasser abgesperrten Luftmenge demselben Umstand zu. Die Kenntnis solcher Thatsachen würde wohl bald zur richtigen Deutung der Verbrenn- ungserscheinungen geführt haben, wenn nicht der frühe Tod den einsichtsvollen Forscher von der Verarbeitung seiner Ideen und der Vertiefung in seine Studien abgerufen hätte. Die An- sichten Mayow's waren bald vergessen, und die chemische Forschung geriet von neuem auf Irrwege. Kunkel und Becher, die deutschen Zeitgenossen Boyle's, trugen wohl wesentlich zum weiteren Ausbau der chemischen Kenntnisse bei, aber sie waren noch zu abhängig von den Anschauungen der Alchemie und Tatrochemie. Das fortgesetzte Streben, das Wesen der Ver- brennungserscheinungen zu erklären, führte Stahl(1660— 173⁴) zu einer Theorie, die, wenn auch an sich falsch, doch für die Chemie den grossen Nutzen gehabt hat, eine grosse Masse von Erscheinungen unter einem Gesichtspunkt zu vereinigen. Nach der Ansicht dieses Forschers, die auch Becher vertreten hatte, enthalten alle brennbaren Körper einen Bestandteil, das Phlo- giston, welches bei dem Verbrennungsprozess selbst entweicht und dadurch die Feuererscheinung bedingt, deren Intensität von der Grösse des Phlogistongehalts des betreffenden Körpers ab- hängig ist. Nach Stahl sind demnach die brennbaren Körper aus zwei Bestandteilen zusammen- gesetzt, einer unzerlegbaren Substanz und dem Phlogiston, und die Verbrennung selbst ist weiter nichts als die Abspaltung des Phlogistons. Die Metalle waren nach ihm aus dem Metallkalk und dem Phlogiston zusammengesetzt, und die Beobachtung, dass die Metallkalke durch Erhitzen mit Kohle wieder in Metalle verwandelt werden, wurde dadurch erklärt, dass der Kohle ein schr grosser Gehalt an Phlogiston zugeschrieben wurde, den sie zum Teil an den Metallkalk zur Rückbildung des Metalls abgeben könnte. Als Professor der Medizin und Chemie in Jena, Halle und Berlin hatte Stahl, der als vorzüglicher akademischer Lehrer bekannt war, Gelegen- heit, seinen Lehren rasch eine weite Verbreitung zu verschaffen. Seine Schüler wusste der Forscher für seine Ideen zu begeistern, und die ersten Chemiker, die nach ihm in Deutschland thätig waren, sind aus seiner Schule hervorgegangen. Auch verstand es Stahl, seine Theorie auf viele andere bekannte Erscheinungen anzuwenden und diese scheinbar richtig zu deuten; ihm gebührt deshalb das grosse Verdienst, eine Erklärung der bekannten Prozesse gegeben und dadurch den Arbeiten auf dem chemischen Gebiet einen wissenschaftlichen Charakter ver- liehen zu haben.
Von dem Wesen des Phlogistons, von den Eigenschaften dieser Feuermaterie hatte man keine Vorstellung, und dieser Umstand erklärt es auch, dass man der Thatsache, dass die Me- talle bei ihrer Verkalkung schwerer werden, keinen Wert beilegte. Die chemischen Unter- suchungen waren eben früher rein qualitativer Art, die Volum- und Gewichtsverhältnisse wurden


