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Lehrerin, Frl. Sophie Kratzenberger, als ordentliche Lehrerin an unserer höheren Mädchen- schule angestellt worden.
Mit dem vergangenen Jahre trat auch Prl. Bella Kellermann als Hilfslehrerin an
unserer Höberen Mädchenschule ein. 8 Mit dem Schluss des Schuljahres tritt Frau Käte Bindernagel, die seit dreissig Jahren an unserer höheren Mädchenschule thätig war, in den Ruhestand. Ihre Gesundheits- verhältnisse veranlassten sie, ihre Entlassung zu erbitten, die ihr auch unter dem Ausdrucke des Bedauerns über ihr Scheiden gewährt wurde. Die Schule verliert in ihr eine gewissen- hafte und pflichttreue Lehrerin, die mit Liebe und Hingebung ihrem Berufe lebte. Möge die Ruhe, der sie sich jetzt erfreuen darf, ihre Gesundheit kräftigen, so dass sie der wohlverdienten Musse sorglos und heiter noch recht lange sich möge erfreuen können.
Am 5. Februar beehrte Herr Prov.-Schulrat Dr. Kaiser die Realschule mit seinem Besuche und wohnte dem Unterricht in verschiedenen Klassen bei.
Die schriftliche Reifeprüfung zu Ostern fand am 12. 13. 14. und 15. Februar statt, die mündliche unter dem Vorsitze des Herrn Provinzial-Schulrats Dr. Kaiser am 20. März. Den 30 zur Präfung zugelassenen Schülern konnte das Zeugnis der Reife zuerkannt werden, davon 17 unter Befreiung von der mündlichen Prüfung.
Der Verwaltung des Zoologischen Garten sind wir zu verbindlichem Danke dafür verpflichtet, dass sie unseren Lehrern der Naturkunde sowie derjenigen Fächer, denen aus dem Besuche des Gartens eine Förderung im Unterrichte erwachsen kann, Karten zum frejen Eintritt zur Verfügung gestellt hat, ferner dem Vorstande des Physikalischen Vereins für die den Schülern unserer Prima zu einigen Vorlesungen gewährten Eintrittskarten, sowie der Handelskammer für freundliche Zusendung ihrer Veröffen tlichungen.
V.
Worte, gesprochen bei der Trauerfeier für den Freiherrn Wilhelm Carl von Rothschild in der Aula der Rsalschule am 10. Februar 1901.
I. Ansprache des Herrn Professor Dr. A. Sulzbach.
Meine lieben Schüler und Schülerinnen. Kaum sechzehn Monate sind es her, dass ein frohes Familienfest im Freiherrlich von Rothschild'schen Hause die Veranlassung gab, Euch hier zu versammeln. Die Schule konnte und wollte nicht zurückbleiben, ihre freudige Teilnahme dem freiherrlichen Ehepaare zu beweisen an dem Tage, da fünfzig Jahre verstrichen waren, seitdem dasselbe die Hände für's Leben sich gereicht. Dies Gefühl der Mitfreude, wie des Dankes gegen Gott für die Gnade, die er dem edlen Paare erwiesen, dem unsere Schule, dem wir so viel verdanken, fand eben so schönen wie tiefempfundenen Ausdruck in den Worten, die Herr Direktor Dr. Hirsch s. A. an dieser Stelle dem Jubelpaare widmete. Und nun— eine wie kurze Spanne Zeit liegt zwischen damals und heute!— nun stehen wir trauerd bier, trauernd um den herrlichen Mann, der dahingegangen, der unerwartet der Welt ist entrissen worden. Freiherr Wilhelm Carl von Rothschild 5“gr weilt nicht mehr unter den Lebenden, sein Hintritt hat eine Welt in Trauer versetzt. Nicht nur weint um ihn die edle Gemahlin, die Genossin seines edlen Wirkens und Strebens, nicht nur weinen die Kinder um den liebenden Vater, eine Welt weint um ihn, die ganze Judenheit trauert um ihn, die Waisen haben einen Vater, die Kranken und Elenden einen fürsorgenden Helfer, die Armen einen Freund, alle alle aber den verloren, der


