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An dem Maifest, das am 31. Mai stattfand, konnten wegen der ungünstigen Witterung unr einige obere Klassen teilnehmen.
Die Sommerferien dauerten vom 1. bis 30. Juli.
Wegen grosser Hitze fiel der Unterricht an drei Nachmittagen aus. Im Winter wurden zwei Nachmittage zum Eislauf freigegeben.
Am 23. August fand die schriftliche Reifeprüfung von vier Abiturienten statt, die mündliche am 12. September unter Vorsitz des Herrn Provinzial-Schulrats Dr. Paehler.
Am 18. Januar 1901 wurde gemäss Ministerial-Verfügung vom 24. Dezember 1900 anlässlich des zweihundertjährigen Jubiläums des Königreichs Preussen eine Schulfeier abgehalten, bei welcher der Unterzeichnete die Festrede hielt, in der er eine Ubersicht über die Entwickelung des Kurfürstentums Brandenburg zum Königreich Preussen gab.
Die sonst alljährlich stattfindende Feier am Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers fiel diesmal nach Bestimmung der Ministerial-Verfügung aus; es wurde aber am vorher- gehenden Schultage in den Klassen auf die Bedeutung dieses Tages hingewiesen.
Am 25. Januar verstarb das langjährige Ehrenmitglied des Schulrats unserer Anstalten, der Stifter unseres neuen Schulhauses und Wohlthäter unserer Gemeinde, Freiherr Wilhelm Carl von Rothschild. An dem Leichenbegängnis, welches am 28. stattfand, beteiligten sich die oberen Klassen der Realschule unter Führung des Lehrerkollegiums.
Eingedenk der unausgesetzten Fürsorge, die der Verewigte unsren Unterrichtsanstalten Zeit seines Lebens zugewandt, und der vorbildlichen Bedeutung, die seiner ganzen Persön- lichkeit für die Erziehungsthätigkeit der Schule innewohnte, veraustaltete diese am 10. Februar eine Trauerfeier, der auch Vertreter der Gemeindeverwaltung beiwohnten. Herr Prof. Sulzbach hielt die Gedächtnisrede(siehe S. 41) während namens des Schulrats Herr Rosenheim der unauslöschlichen Dankbarkeit für die reiche Fülle der empfangenen Wohlthaten Ausdruck lieh(siehe S. 44).
Am 17. September 1900 inspicierte Herr Prof. Mohr von der Kgl. Kuustschule zu Berlin im Auftrage des Herrn Ministers den Zeichenunterricht an unseren Anstalten. Er machte nähere Mitteilungen, wie nach den neuesten Bestimmungen der Unterricht in ver- schiedenen Punkten anders zu gestalten sei; die freundlichen Winke die uns hier geworden, sind bereits in Anwendung gebracht.
Zum Beginn des Wintersemesters verliess Herr Dr. B. Wolf, der ein Jahr lang an unserer Schule als Hilfslehrer gewirkt hat, unsere Anstalt, um einem ehrenvollen Rufe nach Köln als Stiftsrabbiner zu folgen. Die Anstalt verliert in ihm einen gewissenhaften pflicht- treuen Lehrer, der sich die volle Zuneigung der Kollegen und die Liebe der Schüler zu erwerben verstanden hat. Die Schule wünscht ihm in seinem neuen Berufe recht erfreulichen Erfolg. An dessen Stelle trat Herr Dr. Naphtali Cohn aus Altona als Hilfslehrer bei uns ein.
Der Gesundheitszustand der Lehrer und Schüler war während des grössten Teiles des Jahres Gottlob ein günstiger; nur in der letzten Hälfte des Wintersemesters traten infolge der ungünstigen Witterung Krankheiten unter den Lehrern ein, die manche unliebsame Störung verursachten. Jedoch wurden durch Aushilfskräfte und Eintreten der Kollegen diese Störungen auf das Mindestmass zurückgeführt.
Mit dem ersten Oktober vergangenen Jahres ist die bis dahin bei uns beschäftigte
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