Aufsatz 
Jüdische und heidnische Zeugnisse über Christus und das Christentum aus den zwei ersten Jahrhunderten vor und im ersten Jahrhundert nach Christus : 2. Teil. Die Zeit der Erfüllung der Sehnsucht
Entstehung
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sie vor allem darin: Die Götter zu verachten, das Vaterland zu verläugnen, Eltern, Kinder und Geschwister gering zu schätzen. Sie verehrten(dies und die Verachtung der heid- nischen Götter sind das einzig Wahre in der Taciteischen Mittheilung) ein rein geistiges und höchstes und ewiges Wesen, von dem keine Abbildung in Menschengestalt gemacht werden dürfte. Den Schluss der abenteuerlichen Schilderung bilden die Worte: Der Juden Art ist abgeschmakt und armselig. ¹) Derselbe Tacitus fügt anderwärts²z), wo er die Verbannung von viertausend Juden nach Sardinien erzählt, das herzlose Wort hinzu: Wenn sie wegen des ungesunden Klimas zu Grunde gingen, sei der Schaden gering.

Da den an sinnlichen Götzendienst gewohnten Heiden die Anbetung Eines und rein geistigen Wesens unglaublich erschien, so galten die Juden als leichtgläubigs) und wurde ihnen die Anbetung seltsamer¹) und verächtlichers) Götter unterschoben. Horazé) und Cicero*) werfen ihnen zudringliche Proselytenmacherei vor. Juvenals) bringt gegen sie die Anklage: Moses habe sie angewiesen, Andersgläubigen auch in der äussersten Noth nicht beizustehen. Senecas) spricht verächtlich von ihren Sabbathen¹o), wodurch sie den siebenten Theil ihres Lebens verlören und zeigt sich masslos erbittert über die Verbreitung jüdischer Gebräuche unter den Heiden¹¹). Der jüdische Geschichtschreiber Flavius Joscphus¹²) berichtet, dass Apio sogar die horrende Verleumdung vorgebracht habe: die Juden hätten zur Zeit des Königs Antiochus jährlich einen Griechen mit Leckerbissen gemästet, ihn dann in einem Walde feierlich geopfert, von ihm genossen und dabei den Griechen ewige Feindschaft geschworen.

Diese höchst traurige Lage des israelitischen Volkes in der heidnischen Welt musste voraus erwähnt werden, ehe wir heidnische Zeugnisse über Christus und die Christen aus dem ersten christlichen Jahrhundert bringen konnten.

¹) Tacit. hist. V. 5: Judaeorum mos absurdus sordidusque.

2) annal. II. 85: si ob gravitatem coeli interissent, vile damnum. Credat Judaeus Apella. Horat. sat. I. 5. 100.

Quidam sortiti metuentem sabbata patrem

Nil praeter nubes et coeli numen adorent.

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Juvenal. sat. XIV. 96 ff.

Judaeus licet et porcinum numen adoret Et cilli summas advocet auriculas

Petronius fragmt. XXV. 6) Veluti te Judaei cogemus in hanc concedere turbam.

Horat. sat. I. 4. 142. ¹) Quaemadmodum Judaei multos ad suam superstitionem pertrahere proselytosque vel cogendo

facere solent. Cicero pro Flacco c. 28. 8) Tradidit........... Moses. non monstrare vias, eadem nisi sacra colenti quaesitum ad fontem solos deducere verpos Juvenal. sat. XIV. 102 ff. 3) Bei August. de civit. Dei VI. 11. 1⁰) Auch Horat. sat. I. 9. 69. 11)Cum interim usque eo, schreibt er, sceleratissimae gentis consuetudo convaluit, ut per omnes jam terras recepta sit: victi victoribus leges dederunt bei August. de civit. Dei VI. 11. 12) c. Apionem II. 7.