Aufsatz 
Jüdische und heidnische Zeugnisse über Christus und das Christentum aus den zwei ersten Jahrhunderten vor und im ersten Jahrhundert nach Christus : 2. Teil. Die Zeit der Erfüllung der Sehnsucht
Entstehung
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B. Die Bezeugung des Christenthums unter den Heiden im ersten christlichen Jahrhundert.

So setzest Du der ewig regen, Der heilsam schaffenden Gewalt, Die kalte Teufelsfaust entgegen, Die sich vergebens tückisch ballt!

Göthe's Faust.

Auch unter die Heiden war die frohe Botschaft gedrungen, dass der Erwartete aller Völker gekommen sei. Schon bald nach seiner Geburt erschienen als Repräsen- tanten der Heidenwelt Magier, aus dem Morgenlande, um ihn anzubeten. Nach der Auffahrt Christi trugen die Apostel die Predigt des Evangeliums vom Reiche Gottes und seines Gesalbten in die verschiedensten Heidenländer und mit wunderbarem Erfolge. Der Weltapostel Paulus schreibt in seinem Colosserbriefel), den er in der ersten Gefangen- schaft zu Rom zwischen 62 64 abfasste, dass das Evangelium in der ganzen Welt sei, Frucht bringe und zunehme. Wie schon Christus²) in Erfüllung der Weissagung des Isaiasa) vorzugsweise die Armen des Volkes um sich schaarte, so hatten auch die von ihm ausgesandten Glaubensboten an den Geringen und Dürftigen in der Ieidenwelt ein dank- und fruchtbares Erdreich für das evangelische Saatkorn⁴). Freilich fand das Christenthum auch gleich anfangs schon Eingang bei den einflussreichsten Ständen, bei Reichen und bei Gelehrten. Denn im Briefe an die Philipper schreibt der hl. Paulus: Es grüssen Euch alle Heiligen(Christen), vorzüglich aus dem Hause des Kaiserss). Der Statthalter Felix hoffte, Paulus würde ihmn Geld gebené), darum rief er ihn oft zu sich und unterredete sich mit ihm:!). In Ephesus verbrannten die zum Christenthum bekehrten Heiden ihre Zauberbücher im Werthe von fünfzigtausend Denaren(fünf und zwanzig bis sechs und zwanzigtausend Marks). Doch bildeten die Hochstehenden, Reichen und Gelehrten der Heidenwelt unter den Bekennern des Christenthums in der allerersten Zeit nur eine geringe Minderheit, denn sie dachten sich wie Viele aus dem Volke Israel den kommenden Erlöser und Friedensbringer(in der von Virgil geschilderten Art) als weltlich glänzenden und gewaltigen Herrscher. Ihr irdischer Sinn vermochte sich nicht zur Idee seines rein geistigen Reiches und der durch ihn für Alle, auch die Geringsten

) dy navt o z6a zal Eort 2a πορπηοσεμεννον zal dbsavöhsvoy Col 1. 6.

) Math. 11. 5 mtoroi 5IsNiSovra.

) Isai. 61. 1. u*◻ενμιέααςααηι ππτιι ν ο dniora«ze be(nach der Septuaginta).

4) 1 Cor. 1. 26. 00 okNo 70* νλησα⁴äpza, od m0)-Xol SovGrot, ob ONNoI eUsvelk z). ) Phil. 4. 22. oi ν h« Kaiaapoc oizlas.

) in der Unterstellung, solches sei von seinen Anhängern unschwer zu erhalten. ) act. 24. 26.

s) act. 19. 19.