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denſelben haben die Habsburger ſeit der Erhebung des ſpaniſchen Karl auf den deutſchen Kaiſerthron Deutſchland zu ſeinem großen Nachtheil in alle mit der Wahrnehmung ihrer eigenen meiſt außerdeutſchen Intereſſen zuſammenhängenden Händel mit hereingezogen und verwickelt; während die Hohenzollern ihre Thätigkeit und Wirkſamkeit den deutſch⸗nationalen Angelegen⸗ heiten und Intereſſen zuwandten und dieſe mit großem Erfolge förderten. Die Folge davon war, daß die letzteren ſchon während der Regierungszeit der römiſch⸗deutſchen Kaiſer aus dem Habs⸗ burgiſchen Hauſe eine geraume Zeit geiſtiger Weiſe die eigentlichen Führer des deutſchen Volkes waren, und daß dadurch ihr Reich die Bedeutung eines deutſch⸗particularen europäiſchen Groß⸗ ſtaates gewann. Die Habsburger dagegen verloren in derſelben Zeit allmählich eben ſo viel an innerem Boden in Deutſchland als jene gewannen, ſo daß ſie ſchließlich ihre Stellung darin gar nicht mehr behaupten konnten und nach mehreren vergeblichen Wiederherſtellungsverſuchen aufgaben. So wuchs denn das Hohenzollernſche Reich naturgemäß in das deutſche Reich, und damit hatte deſſen particulare Exiſtenz für ſich ein Ende.
Conſequenter Weiſe ſoll nun aber auch die beſondere Behandlung der preußiſch⸗branden⸗ burgiſchen Geſchichte der früheren Zeit bei dem Geſchichtsunterricht nicht für ſich ihre Stelle finden, ſondern ſie gehört in den Rahmen der allgemeinen deutſchen Geſchichte. Der preußiſch⸗ brandenburgiſche Staat iſt eine ſehr bedeutende Erſcheinung in der Geſchichte der Staaten⸗ bildungen. Sie bietet ein höchſt lehrreiches, intereſſantes Beiſpiel von den Erfolgen der Regie⸗ rung eines tüchtigen Fürſtengeſchlechts über einen Volksſtamm, dem es ſeiner ganzen Eigen⸗ thümlichkeit nach innerlich verwandt iſt. Eine ſolche Verwandtſchaft zwiſchen den Hohenzollern und den norddeutſchen Sachſen iſt gar nicht zu verkennen, obwohl jene aus Süddeutſchland ſtammen. Und dieſe ihre Abſtammung aus dem gemüthlichen und liederreichen Süden iſt andererſeits wieder ein Element, durch welches ſie dahin gewieſen werden, wo die Donau ſpringt und„der Rhein ein deutſcher Strom, nicht Deutſchlands Grenze“ zu ſein anfängt.
Die Verdienſte Preußens um Deutſchland, und nicht um Deutſchland allein, finden ihre Anerkennung und Würdigung in der Geſchichte von ſelbſt und werden von keiner Seite in Zweifel gezogen. Die großen Herrſcher aus dem Hauſe Hohenzollern, wie die beiden erſten Markgrafen Friedrich I. und II., Albrecht Achilles, Johann Sigmund, Friedrich Wilhelm der große Kurfürſt, Friedrich III., der erſte König von Preußen, Friedrich Wilhelm I., nehmen als ächte deutſche Geſtalten die ihnen gebührende hervorragende Stelle in der deutſchen Geſchichte ein. Von Friedrich dem Großen an aber iſt die preußiſche Geſchichte faſt ſchon die deutſche, oder wenn man lieber will, die deutſche Geſchichte auch die preußiſche. Und ſo geht es in immer wachſendem Maße fort unter deſſen Nachfolgern Friedrich Wilhelm II., III., IV. bis zu der glorreichſten Zeit der Hohenzollern, der Regierung des Kaiſers Wilhelm. Das Fürſtengeſchlecht der Hohenzollern ſteht auch darum ſo hoch in der Achtung aller unbefangenen Geſchichtskundigen, weil ſie ſich die Sicherung der Gewiſſensfreiheit auf dem Gebiete der religiöſen Ueberzengungen und die Förderung eines friedlichen Verhältniſſes unter allen Staats⸗ angehörigen haben angelegen ſein laſſen. Dieſes wird bald auch für unſere Zein wieder an⸗ erkannt werden, wenn die Wogen der augenblicklich theilweiſe herrſchenden Aufregung der Gemüther ſich wieder legen und die Verwirrung der Begriffe von religiöſen Dingen aufhören wird. Das ſteht, ſo ſcheint es, in nicht zu ferner Ausſicht. Wenn ſomit die Anerkennung deſſen, was Deutſchland durch Preußen geworden iſt, nicht erſt geſucht zu werden braucht, ſo gilt dies in gleicher Weiſe auch von dem, was Preußen durch Deutſchland geworden iſt.
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