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macht den Träger noch ſchlechter als er an ſich iſt und zum ſchlimmſten Feinde des Friedens. In dem Gewirre des Unfriedens aber wird leider das Religiöſe geſchädigt.
Die Chriſtenheit iſt indeſſen dem gegenüber in der glücklichen Lage, das Neue Teſtament als eine allen ſeinen wirklichen Gliedern gemeinſame, von allen anerkannte und hoch gehaltene urkundliche Quelle für ihre Principien, Lehren und Geſetze zu beſitzen, eine Schrift von unver⸗ gleichlicher Einfachheit, Schönheit und Erhabenheit, der kein Buch der Welt an Reichthum der Erkenntniſſe von den wichtigſten Dingen und an Vollkommenheit der ſittlichen Principien gleich geſetzt werden kann. Und dieſes Buch enthält ſo bündige Friedensbeſtimmungen für alle Men⸗ ſchen, daß wenn ſie ſich nach ſeinen Satzungen richten, ein friedliches Verhältnis unter ihnen geſichert iſt. Eine eingehende ſtellenweiſe auch auf den Urtert ſich erſtreckende Lectüre dieſes Buches ſollte deshalb als Mittelpunkt des Religionsunterrichts an dem Gymnaſium je nach dem Standpunkte der Claſſen dienen und der Gebrauch deſſelben nicht auf die Darſtellung des Hauptinhaltes des Thatſächlichen als bibliſcher Geſchichte in den unteren Claſſen und auf eine Auswahl von Erzählungen, Parabeln und Ausſprüchen in den oberen Claſſen beſchränkt wer⸗ den. Die Offenbarung des göttlichen Geiſtes ſpricht hier ſo unmittelbar, ergreifend und ein⸗ dringlich zu dem Menſchen, daß die Ueberzeugung von dem Walten Gottes dadurch feſter wird als durch das beſte Religionshandbuch. Und der Heiland tritt darin als Vorbild ſittlicher Vollkommenheit dem Menſchen ſo nahe, daß es eine beſſere Hülfe und Vermittelung zur ethi⸗ ſchen Erhebung für ihn nicht geben kann. Insbeſondere zeigt er ſich als Vorbild in der ſteten Bethätigung reiner und aufopfernder Liebe zu allen Menſchen. Die Herrſchaft einer ſolchen Menſchenliebe ſichert am beſten den Frieden, von welchem auch Andersglaubende nicht ausge⸗ ſchloſſen werden.
Der Geſchichtsunterricht.
Die Begebenheiten der letzten Jahre bilden in allen Beziehungen eine der wichtigſten Epochen der deutſchen Geſchichte. Dieſelben haben den Anfang einer neuen Periode herbeige⸗ führt, in welchem wie mit einem Schlage gebildet eine andere Geſtalt unſeres Vaterlandes vor uns ſteht. Daraus folgt nun aber auch, daß die Behandlung der vaterländiſchen Geſchichte an den deutſchen Gymnaſien eine von der bisherigen Art verſchiedene ſein muß. Die einfache Hinzufügung des geſchichtlichen Stoffes, welchen die Ereigniſſe der letzten Jahre bieten, zu dem bisherigen, kann den Zweck des Geſchichtsunterrichts nicht erfüllen. Denn einerſeits verlangt das nationale Bewußtſein eine lebhaftere und innigere Betheiligung der ſtudirenden Jugend an der väterländiſchen Geſchichte, weshalb ſie ihr auch in einem andern Ton als früher zuge⸗ führt werden muß, andererſeits erfordert das geſchichtliche Verſtändnis ein Zurückgreifen auf diejenigen Momente der vorhergegangenen Zeit, durch welche die heutigen Zuſtände ſo ge⸗ worden ſind, wie ſie uns vor Augen liegen. Nur ſo können die großen einflußreichen Verände⸗ rungen in ihrem wahren Lichte erſcheinen.
Die Hohenzollern haben mit ihren preußiſch⸗brandenburgiſchen Landen eine fortwährend zunehmende Bedeutung im deutſchen Reiche erlangt; ſie haben allmählich die innere Entwicke⸗ lung des deutſchen Volkes weſentlich beſtimmt, und zuletzt auch die äußere Leitung und Füh⸗ rung der Angelegenheiten deſſelben in die Hände bekommen. Die Geſchicke unſeres Vaterlandes ſind überhaupt faſt immer durch ſeine großen Fürſtengeſchlechter geſtaltet worden, und was demſelben gutes oder übles widerfahren iſt, rührt meiſtens von dem Einfluſſe jener her. Unter


