Aufsatz 
Lehrplan des Gymnasiums in ausführlicher Darstellung
Entstehung
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neueren fremden Sprache neben dem der altelaſſiſchen Sprachen an ſich ſchon einen nicht uner⸗ heblichen Gewinn für die allgemeine Bildung gewährt. Nach dieſem dürfte das Ziel und die Aufgabe des franzöſiſchen Unterrichts am Gymnaſium dahin zu beſtimmen ſein, daß die aus der oberſten Claſſe abgehenden Schüler die franzöſiſchen Schriftſteller verſtehen und zur Ge⸗ winnung der Fertigkeit des mündlichen und ſchriftlichen Ausdrucks einen feſten Grund gelegt haben, welche ſie ſich bald völlig aneignen können, falls ſie ſelbſt darauf Gewicht legen. Wenn man aber erwägt, welche Unterſtützung dem franzöſiſchen Unterricht durch die Kenntniß der Grammatik und der Vocabeln der lateiniſchen Sprache zufällt, ſo kann man die Erreichung jenes Ziels nicht als zu ſchwierig anſehen.

Quinta. Regeln über die Ausſprache; Leſeübungen. Die regelmäßige Formenlehre; die Declinationen, die Hülfszeitwörter und die regelmäßigen Conjugationen. Mündliche und ſchriftliche Ueberſetzung der darauf bezüglichen Uebungsſtücke aus dem Franzöſiſchen ins Deutſche und umgekehrt bis zu den Zahlwörtern, nach Plötz I. Einprägung der zu den Uebungs⸗ ſtücken gehörigen Vocabeln. Orthographiſche Uebungen.

Quarta. Wiederholung des grammatiſchen Penſums von Quinta und Erweiterung desſelben durch die Pronomina, Zahlwörter, Comparation, Theilungsartikel, die Pluralbildung, die fragenden, verneinenden und fragend⸗verneinenden Satzformen, mündliche und ſchriftliche Einübung nach Plötz I, zweite Hälfte. Gelegentlich einige der gebräuchlichſten unregelmäßigen verba und leichtere ſyntactiſche Regeln. Außer den Vocabeln werden kleine Sätze, Verſe, Fabeln auswendig gelernt. Uebungen, geſprochenes Franzöſiſch zu verſtehen und nach dem Gehör ins Deutſche zu überſetzen. Orthographiſche Uebungen.

Untertertia. Wiederholung des grammatiſchen Penſums von Quarta, ferner die verbes pronom, und impers. und die unregelmäßige Formenlehre; die Lehre vom Artikel und den Caſus; das Wichtigſte über die Worſtellung; alles mit entſprechenden Ueberſetzungsübungen. Phraſeologie. Memoriren u. ſ. w. wie in Quarta. Von dieſer Claſſe an bis Oberprima wird diePraktiſche franzöſiſche Grammatik von C. Hirzel, herausgegeben von C. v. Orelli, gebraucht.

Obertertia. Wiederholung des grammatiſchen Penſums von Untertertia, und hierzu die Lehre von den Tempora und Modi. Einübung, mündlich und durch Exercitien und Ex⸗ temporalien. Lectüre: Schütz, kleineres Leſebuch oder croisade. Memoriren u. ſ. w. wie vorher.

Unterſecunda. Wiederholung der Formenlehre; Erweiterung und fortgeſetzte Ein⸗ übung der wichtigſten ſyntactiſchen Regeln, mündlich und durch Exercitien und Extemporalien. Die Wortbildungslehre, Gallicismen, Synonymen, Sprechübungen. Lectüre: Charlemagne; Levaillant: voyage en Afrique. Kurze litterarhiſtoriſche Mittheilungen bei der Lectüre; ebenſo in den folgenden Claſſen. Memoriren u. ſ. w. wie in Tertia.

Oberſecunda. Grammatiſche und andere mündliche und ſchriftliche Uebungen wie in Unterſecunda; hier nach Fränkel, Anthologie c. I. Proſaiſche Lectüre aus Chreſtomathieen oder leichtere proſaiſche Dramen, wie die beſſeren Sachen von Scribe u. a.

Unterprima. Grammatiſche Wiederholungen mit Exercitien und Extemporalien. Lertüre: Montesquieu: Considérations oder Lamartine: voyage à lOrient.

Oberprima. Stilübungen: Verſuche in kleinen freien Aufſätzen; Sprechübungen im Anſchluß an die Lectüre. Poetiſche Lectüre geeigneter Dramen von Racine, Corneille, Molière.