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Oberſecunda. Grammatiſche Wiederholungen. Die Caſuslehre und das Wichtigſte aus der Lehre der Tempora und Modi. Wortbildungslehre. Ueberſetzungen aus Böhme’s Aufgaben und Memoriren wie vorher. Herodot; gelegentliche Erklärung der Formen; Homer: Odyssee.
1 Unterprima. Grammatiſche Wiederholungen. Die Lehre von den Partikeln und Conjunctionen. Ueberſetzungsübungen wie vorher. Demosthenes, Homer: Ilias.
Oberprima. Gelegentliche Wiederholungen und tiefere Begründung einzelner Ab⸗ ſchnitte der Grammatik. Fortgeſetzte ſchriftliche Uebungen. Thucydides; Homer: Ilias; Sophocles: Niax oder Philoctetes. Zur Privatlectüre der oberen Claſſen werden Abſchnitte aus Herodot und die in der Claſſe nicht geleſenen Bücher von Homer: Odyssee und Ilias als geeignet empfohlen.
Forderung des Maturitätseramens: Der Abiturient muß in der Formenlehre und den Hauptregeln der Syntar feſt ſein, die Ilias und Odyssee, das 1. und 5.— 9. Buch des Herodot, Xenophon's Cyropädie und Anabasis, ſowie die leichteren und kürzeren Dialoge Plato's auch ohne vorhergegangene Präparation verſtehen.
V. Hebräiſch(facultativ).
Oberſecunda. Lautlehre. Leſeübungen. Die Conjugationen, einſchließlich der verba quiescentia, die Deelinationen. Erlernung von Vocabeln. Exercitien. Ueberſetzungsübungen aus der Genesis. Grammatik von Geſenius; Leſebuch von Brückner.
Unter⸗ und Oberprima. Wiederholung und Vervollſtändigung der Formenlehre. Die wichtigſten ſyntactiſchen Regeln. Exercitia; von Zeit zu Zeit grammatiſche Analyſe ex tempore. Geleſen und überſetzt wird: aus den hiſtoriſchen Büchern des A. T., ausgewählte Pſalmen und einzelne Abſchnitte aus den Propheten.
Beim Maturitätsexamen wird gefordert, daß der Abiturient das Hebräiſche geläufig leſen könne, Bekanntſchaft mit der Formenlehre und den Hauptregeln der Syntax darlege, auch leichte Stellen aus einem hiſtoriſchen Buch des A. T. oder einen Pſalm ins Deutſche zu überſetzen vermöge.
VI. Franzöſiſch.
Die franzöſiſche Sprache verdankt ihre Aufnahme in die Zahl der Unterrichtsgegenſtände des Gymnaſiums ihrer Bedeutung für den internationalen Verkehr. Sie hat in dieſer Bezie⸗ hung die Stelle der lateiniſchen Sprache eingenommen, und ſo wie dieſe Wandelung durch die Geltendmachung des politiſchen Uebergewichts der Franzoſen in Europa eingetreten iſt, ſo hat wiederum der theils wirkliche theils eingebildete Einfluß derſelben überhaupt hierin ſeine vor⸗ nehmlichſte Stütze. Der Beſitz von allgemeinen Bildungselementen, welchen ſie als Sprache an ſich oder in ihrer Litteratur vor andern neueren Sprachen aufzuweiſen hätte, wird ſchwer⸗ lich unter allgemeiner Zuſtimmung als maßgebend geltend gemacht werden können. Ihre methodiſche Behandlung im Gymnaſium und das auf dieſem Gebiet für dieſelbe zu erſtrebende Ziel wird aber danach zu bemeſſen ſein, was ſie als Beitrag zur Erreichung der Aufgaben des Gymnaſiums aufzuweiſen hat. In dieſer Beziehung nun darf man doch auch ihren Werth nicht zu gering anſchlageu. Denn wenn überhaupt Unterrichtsgegenſtände mit Rückſicht auf die Stellung der Schule zu den allgemeinen Lebensverhältniſſen in Betracht kommen, ſo gilt dies gewiß von der franzöſiſchen Sprache. Auch iſt nicht zu leugnen, daß das Studium einer


