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welcher durch jene für die Klarheit des Sprachbewußtſeins erzielt wird, iſt übrigens nicht gering anzuſchlagen und kommt auch wieder dem Studium der anderen Sprachen zu gute. Indeſſen iſt doch ſtets feſtzuhalten, daß bei dem griechiſchen Unterricht im Gymnaſium das Verſtändniß der unvergleichlichen Erzeugniſſe der Litteratur der Griechen, der Werke Homer's, Xenophons, Herodot's, des Sophocles, Thucydides, Demoſthenes, die Hauptſache bildet, um welche es ſich hier handelt. Hätte die griechiſche Litteratur auch nur den einzigen Homer auf⸗ zuweiſen: um dieſen würde ſich das Studium des Griechiſchen lohnen. Darum bildet dasſelbe auch ein ſo wichtiges Glied in der Reihe der Unterrichtsgegenſtände des Gymnaſiums. Wenn auf die praktiſche Verwerthung der griechiſchen Sprache überhaupt die Rede gebracht werden ſollte, ſo würde hier die außerordentliche Bedeutung derſelben für das Verſtändniß der wiſſen⸗ ſchaftlichen Terminologie auf allen Gebieten, namentlich auch der Botanik, Anthropologie, Ana⸗ tomie u. ſ. w. nicht unerwähnt bleiben dürfen. Wenden wir das Geſagte nun auf die Behand⸗ lungsweiſe dieſes Unterrichts an, ſo ergibt ſich die große Wichtigkeit, welche der Erlernung und Verwendung einer ſyſtematiſch angelegten Sammlung von Vocabeln beizulegen iſt. Hierbei, aber ebenſowohl auch bei der fortſchreitenden Lectüre, findet eine angemeſſene Berückſichtigung der Wortbildung ſtatt, welche wohl bei keiner andern Sprache ſo erſprießliche Dienſte leiſtet, als bei der griechiſchen. Der Stoff für die ſchriftlichen Uebungen ſchließt ſich genau an die Grammatik von Curtius an, welche hier eingeführt iſt. In der Quarta beginnt der Unter⸗ richt in der Formenlehre mit der Bildung von Sätzen mündlich und ſchriftlich, wozu die gelernten Vocabeln den Sprachſtoff liefern. Auch bei der Ausſprache ſind die Accente mit der größten Genauigkeit zu beobachten. Schriftliche paradigmatiſche Uebungen werden ſyſte⸗ matiſch angewandt, bei den Verbalformen beſonders ſo, daß die einzelnen Wortformen, ſowohl Augment als auch Endungen, vom Stamm durch leicht erkennbare Zeichen geſchieden werden. Daß die verba muta erſt in Untertertia vorkommen, erſcheint durch den Lehrgang der Gram⸗ matik von Curtius geboten.
Quarta. Die Formenlehre: Subſtantiva, Adjectiva, Pronomina, Numeralia, Verbum purum und contractum. Mündliche und ſchriftliche Ueberſetzungen aus Schenkl's Elemen⸗ tarbuch. Memoriren von Vocabeln und einzelnen Sätzen.
Untertertia. Wiederholung des vorjährigen Penſums. Die Verha muta, liquida, contracta und verba auf ½⁴. Ueberſetzungen aus dem Uebungsbuch und Memoriren von Vocabeln, wie in Quarta. Exercitien. Im zweiten Semeſter Beginn der Lectüre von Xeno⸗ phon's Anabaſis.
Obertertia. Wiederholung der vorigen Penſa. Unregelmäßige verba. Gelegentlich bei der Lectüre die ſyntactiſchen Regeln, beſonders über die Caſuslehre. Ueberſetzungen wie vorher. Lectüre von Xenophon's Anabaſis. Im zweiten Semeſter Beginn der Lectüre von Homer's Odyſſee(etwa 100 Verſe, welche auch memorirt werden). Gelegentliche Erklärung der Homeriſchen Formen. Ueber die litterarhiſtoriſche Stellung der zu leſenden Autoren wird hier und in den folgenden Claſſen kurz das Nöthige mitgetheilt.
Unterſecunda. Wiederholung der Formenlehre. Syntax des Artikels und der Pro⸗ nomina; Infinitiv und Participialconſtructionen. Ueberſetzungsübungen nach Blume’s An⸗ leitung und Memoriren wie in den vorhergehenden Claſſen. Xenoph. Anabas. und(im zweiten Semeſter) Abſchnitte aus Xenoph. Hellen. Homer: Odyssee, 4— 6 Bücher; dabei eine Ueber⸗ ſicht des epiſchen Dialects.-


