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Unterſecunda. Fortgeſetzte mündliche und ſchriftliche Uebungen im Anſchluß an die Grammatik. Cicero: orationes selectae. Virgilius: Aeneis, 2 Bücher. Von Secunda an werden, nachdem die Grundlehren der Grammatik in Obertertia abſolvirt ſind, einzelne gram⸗ matiſche Abſchnitte je nach Bedürfniß durch Repetitionen gegenwärtig erhalten, erweitert und tiefer begründet. In die Wortbildungslehre und die Synonymik werden die Schüler gelegent⸗ lich der Lectüre weiter eingeführt. Memoriren und metriſche Uebungen wie in Obertertia. Anleitung zum Lateinſprechen wird mit kleinen Sätzen, in Fragen über einfache Gegenſtände, ſchon früh, in den mittleren Klaſſen gegeben; beſtimmter wird es von Secunda an betrieben, da und beſonders in Prima bei geeigneten Theilen der Interpretation, in der Forderung lateiniſcher Relation über Geleſenes und des lateiniſchen Vortrags einzelner Partieen der alten Geſchichte, der Litteraturgeſchichte, der Antiquitäten u. ſ. w.
Oberſeeunda. Grammatik u. ſ. w. wie in Unterſecunda. Sorgfältigere Beachtung der Wortſtellung, des Satz⸗ und Periodenbaues. Neben den regelmäßigen Exercitien und Extemporalien Beginn mit kleinen Auſſätzen hiſtoriſchen Inhalts, zuerſt nach gegebener Dis⸗ poſition oder in der Form von Chrieen. Livius I&c., Virgilius: Aeneis, 4 Bücher.
Unterprima. Grammatik u. ſ. w. wie in Unterſecunda. Syntaxis ornata; Exercitien, Extemporalien, Aufſätze. Livius XXI&c. und(im zweiten Semeſter) Cicero: Tusculan. mit Auswahl. Horatius: Carm. I, II mit Auswahl; Memoriren einzelner Oden; Einübung der Metra.
Oberprima. Grammatik u. ſ. w. wie in Unterprima. Cicero: de orat. I oder Brutus; Tacitus: Germania und annales, die erſten Capitel und dann die von den deutſchen Kriegen handelnden Theile. Horatius: Carm. III, IV mit Auswahl; einzelne Satiren und Epiſteln.
Beim Maturitätsexamen wird gefordert, daß die ſchriftlichen Arbeiten des Abiturienten ohne Fehler gegen die Grammatik und ohne grobe Germanismen abgefaßt ſind, auch einige Gewandtheit im Ausdruck zeigen; und daß er die weniger ſchwierigen Reden und philoſophiſchen Schriften des Cicero, ſowie von den Geſchichtſchreibern den Sallustius und den Livius und von den Dichtern die Eclogen und die Aeneis des Virgilius und die Oden des Horatius im Ganzen mit Leichtigkeit verſtehe, ſicher in der Quantität ſei und über die gewöhnlichen Vers⸗ maße genügende Auskunft geben könne.
IV. Griechiſch.
Der griechiſche Unterricht wird im Weſentlichen nach derſelben Methode behandelt, welche bei dem lateiniſchen Unterricht zur Anwendung kommt. Da durch den letzteren in den beiden unteren Claſſen ſchon ein guter Grund, namentlich in der Kenntniß der grammatiſchen Ter⸗ minologie, gelegt iſt, dem dann gleichmäßig der weitere Aufbau folgt, ſo wird das Studium der griechiſchen Sprache, welches im Uebrigen allerdings größere Schwierigkeiten als das der lateiniſchen Sprache bereitet, in hohem Grade erleichtert. Die Verſchiedenheit des dem Lateiniſchen geſteckten Zieles bedingt jedoch hier eine Modification. Denn im Griechiſchen wird die Fähig⸗ keit des mündlichen und ſchriftlichen Ausdrucks nicht erſtrebt; es fallen demnach die eigent⸗ lichen Stilübungen fort. Die mündlichen und ſchriftlichen Ueberſetzungen ins Griechiſche, wofür der Stoff ausnahmslos nur aus griechiſchen Schriftſtellern genommen wird, haben nur den Zweck, die Kenntniß der Formen und der ſyntactiſchen Geſetze zu fordern und zu befeſtigen; hierzu ſind ſie unentbehrlich. Aber Stilübungen ſollen ſie durchaus nicht ſein. Der Gewinn,


