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Beim Maturitätsexamen wird verlangt, daß die ſchriftliche Arbeit, eine Ueberſetzung ins Franzöſiſche, im Ganzen fehlerlos ſei. Außerdem ſoll in Prima erreicht ſein, daß der Abi⸗ turient eine in Rückſicht auf Inhalt und Sprache nicht zu ſchwierige Stelle eines Dichters oder Proſaikers mit Geläufigkeit überſetzen könne.
VII. Engliſch(facultativ).
Den Schülern des Gymnaſiums wird von Seiten der Anſtalt die Gelegenheit, Engliſch zu lernen, geboten, weil der außerordentlich rege Fremdenverkehr in der hieſigen Gegend dieſes wünſchenswerth erſcheinen läßt. Denjenigen, welche mit Luſt daran gehen, bereitet es keine großen Schwierigkeiten, weil ſie an ihren in der lateiniſchen und der franzöſiſchen Sprache bereits erworbenen Kenntniſſen ſowie an der Verwandtſchaft des Deutſchen und des Eng⸗ liſchen eine bedeutende Stütze finden. Aus den Schülern der oberen Claſſen, welche an dieſem Unterricht theilnehmen wollen, werden bei dem Anfang eines jeden Schuljahrs, jenachdem ſie bereits ein beſtimmtes Maß von Vorkenntniſſen beſitzen oder nicht, zwei Abtheilungen gebildet. Die Unterrichtsweiſe wird lediglich nach dem praktiſchen Bedürfniß bemeſſen. Der Unterrichtsſtoff vertheilt ſich auf jene beiden Abtheilungen folgendermaßen:
1. Untere Abtheilung. Regeln über die Ausſprache und Orthographie mit viel⸗ fachen mündlichen und ſchriftlichen Uebungen nach Schmidt, Elementarbuch der engliſchen Sprache; die Formenlehre vollſtändig; die wichtigeren ſyntactiſchen Regeln; leichtere proſaiſche und poetiſche Leſeſtücke aus dem Elementarbuch; ſyſtematiſches Vocabellernen.
2. Obere Abtheilung. Wiederholung, Vervollſtändigung und weitere Begründung der Syntax mit beſonderer Berückſichtigung der Partikeln und zuſammengeſetzten Verba nach demſelben Elementarbuch. Vocabellernen wie zuvor. Lectüre: Washington Irving: the Sketch book; Addison: Cato..
VIII. Geographie und Geſchichte.
Die bildende Kraft dieſer beiden Fächer, namentlich der Geſchichte, beruht darauf, daß ihr Studium dem Geiſte einen großen Reichthum poſitiver Kenntniſſe und eine Fülle mannich⸗ faltiger Verhältniſſe und Thatſachen bietet, für welche das Intereſſe ſich uns unmittelbar auf⸗ drängt. Der Schüler erlangt alſo durch ein nicht ſchwieriges Studium eine wahre Schatz⸗ kammer eines poſitiven Wiſſens, über welches er mit dem ſicheren Bewußtſein eines Eigen⸗ thums verfügt. Richtig geleitet übt dann dieſes Studium auch den wohlthätigſten Einfluß auf die Bildung des Characters aus, indem es der Dünkelhaftigkeit, welche in der Regel ihre Quelle in dem halben und unbeſtimmten Wiſſen hat, einen Damm entgegenſetzt. Die Frage aber, wie dieſes Studium zu leiten ſei, weiſet vorzugsweiſe auf die Auswahl des Stoffes hin. Beider Wiſſenſchaften Stoff iſt grade unermeßlich zu nennen. Da es ſich aber um ein fertiges und ſicheres Wiſſen handelt und dieſen Gegenſtänden in dem Lehrplan des Gymnaſiums nur ein beſchränkter Raum angewieſen werden darf, ſo kommt auf eine weiſe Beſchränkung alles an und zwar nicht bloß bei der Beſtimmung des Gebietes überhaupt, welches betreten werden ſoll, ſondern auch innerhalb desſelben bei allen ſeinen einzelnen Theilen. Dieſe Grundſätze ſind bei der Angabe der Lehrobjecte in der folgenden Ueberſicht leitend geweſen und werden bei der Behandlung des Unterrichts ſtets gegenwärtig gehalten. Eine außerordentliche Er⸗ leichterung gewährt hierbei in unſerer Zeit die große Menge von vortrefflichen geographiſchen ſowohl wie hiſtoriſchen Karten, Atlanten u. a. Zu empfehlen ſind namentlich: Rhode,


