Aufsatz 
Lehrplan des Gymnasiums in ausführlicher Darstellung
Entstehung
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hinzugefügte Verſicherung,daß der mitgetheilte ſpecielle Lehrplan nicht die Bedeutung eines allgemein verpflichtenden Normalplanes habe, vielmehr nur als ein vom Miniſterium gebilligtes Beiſpiel anzuſehen ſei, auf welche Weiſe die allgemeinen Vorſchriften für die Lehrverfaſſung der Gymnaſien im Einzelnen zweckmäßig zur Ausführung gebracht werden könnten, ferner die Ausführung der allgemeinen Vorſchriften könne bei Feſthaltung des Weſentlichen eine vielfach davon abweichende ſein, je nach den beſonderen Verhältniſſen der einzelnen Anſtalten und nach der Freiheit, welche für die Individualiſirung des Allgemeinen auf dieſem Gebiete überall geſtattet ſei, läßt die in unſerm Lehrplan ſich findenden Beſonderheiten, da ſie ſich innerhalb der maßgebenden allgemeinen Vorſchriften halten, als gerechtfertigt erſcheinen.

Die folgende Tabelle nun ſoll zunächſt eine Ueberſicht über die Unterrichtsfächer und über das Verhältniß der für dieſelben in der Schule wöchentlich zu verwendenden Stundenzahl gewähren.

. IIIb. III a. IIb. IIa. Ib. Ia.

VI. V. IV Religion..... V 3 3 3 2 2 2 2 1 2 220 Deutſch...... 2 2 4 2 2 2 2 2 2 18 Philoſoph. Propädeutik[1 1 2 Lateiniſch..... 10 10 19 10 10 10 10 8 8 86 Griechiſch- 6 6 6 6 6 6 6 42 Hebräiſch 2 12] 2 6 facultativ. Franzöͤſiſch.=3 2 2 2 2 2 2 17 3 Engliſch......====AN== a marubtha. Geſchichte u. Gographie 2 2 3 3 3 3 3 3 3 25 Mathematik u. Rechnte 4 3 3 3 3 4 4 4 4 32 Phyſik.= 1 1 2 2 6 Naturkunde 2 2/j/ 1 2 2 8 Zeichnen 2 2 2- 8 Schreiben. 3 3---[ 6 Geſang. 2 2-[[[ 4

30 32 30 32 30 30 30 30 30

Nach den Grundſätzen des allgemeinen Lehrplans für die Gymnaſien nun wird vorzugs⸗ weiſe auf das Studium der beiden claſſiſchen Sprachen des Alterthums und demnächſt der Mathematik Gewicht gelegt, ſo daß die übrigen Fächer dieſen ergänzend zur Seite ſtehen; unter allen dieſen Gegenſtänden aber tritt die lateiniſche Sprache überwiegend hervor. In ihr hat der Organismus des Gymnaſialunterrichts ſeinen Mittelpunkt und gleichſam einen Regu⸗ lator für die Behandlung ſeiner mannichfaltigen Gegenſtände, ſo daß namentlich in die Anwen⸗ dung der grammatiſchen Begriffe und deren Bezeichnungen eine gewiſſe Gleichmäßigkeit und feſte Einheit kommt und die Zerſplitterung der geiſtigen Thätigkeit verhütet wird. Geſichert aber wird ihr dieſe Stellung in dem Lehrplan einerſeits durch ihre geſchichtliche Bedeutung, andererſeits durch ihren Character an ſich. Denn die lateiniſche Sprache und ihre Litteratur hat die weſentlichen Bildungselemente des ganzen Alterthums in ſich vereinigt und ſo uns