Aufsatz 
Dreizehnlinden. Von F. W. Weber. Inhalt und Bemerkungen von B. Werneke
Entstehung
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0 2 0 Dreizehnlinden. Von F. W. Weber.

Inhalt und Bemerkungen von Bernh. Werneke.

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Was mich veranlaßt hat, das lyriſch-epiſche GedichtDreizehnlinden von F. W. Weber zum Gegenſtande einer Programmabhandlung zu machen, ſind einige Bemerkungen, die ſich in einer Beſprechung des Werkes in demMagazin für die Literatur des In⸗ und Auslandes Nro. 26 des Jahrgangs 1882 finden. Der Berichterſtatter J. Lautenbacher beginnt nämlich ſeine Beſprechung mit folgenden Worten:

Die Literaturzeitungen haben ſich trotz der elf Auflagen, die für dieſes Buch binnen wenigen Jahren nötig wurden, wenig oder nicht mit ihm beſchäftigt. Das iſt kein Zufall. Oder es wäre ein ſehr grauſamer, wenn man bedenkt, wie viel Minderwertiges oder gar Nichtswürdiges Tag für Tag gelobt oder wenigſtens beſprochen wird. Das Buch iſt ein katholiſches. Darum las man es nicht, darum ſoweit es das Bekenntnis erlaubt bekreuzigte man ſich davor, darum ſchwieg man es tot, inſofern man ſich überwunden hatte, es zu leſen; denn man fand nicht den Mut, die Wahrheit zu bekennen der Strömung des Zeitalters entgegen, in dem mancher gebildete Proteſtant über den Katho⸗ licismus urteilt faſt noch ärger und beſchränkter,

I.

als der kropfigſte Tiroler über einen nordiſchen Ketzer.

Ich muß geſtehen: nicht das, was Herr Lau⸗ tenbacher ſagt, hat mich betroffen gemacht, ſondern daß er dies ſagt und zwar mit ſo ungeſchminkten kräftigen Worten. Wenn man anfängt, eine Schuld zu erkennen, iſt ſchon viel gewonnen.

An H. Lautenbachers Worte alſo knüpfe ich an.

Zunächſt muß ich allerdings bemerken, daß ſich Herr Lautenbacher doch irrt, wenn er meint, daßDrei⸗ zehnlinden in nicht katholiſchen Kreiſen, Zeitungen und Zeitſchriften gar keine Würdigung erfahren habe. Der Verleger, F. Schöningh hat im Jahre 1883 eine Zuſammenſtellung der in der Preſſe veröffentlichten Urteile überDreizehnlinden(F. W. Weber. Sein Leben und ſeine Werke im Spiegel der Kritik.) in Druck gegeben. Da werden 52 Auszüge aus den Beſprechungen mitgeteilt und etwa die Hälfte davon iſt ſolchen Preßorganen entnommen, die auf proteſtantiſchem Boden ſtehen oder aber auch mit dem chriſtlichen Glauben mehr oder weniger ge⸗ brochen haben.

Freilich ſpricht Lautenbacher anfangs nur von